DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Infektionen nach offenen Frakturen/Klinisches Bild/Klinische Situationen
Das Risiko für die Entwicklung einer Osteomyelitis nach offener Fraktur hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Ausmaß des Traumas
- Begleitendes Gefäß- oder Nerventrauma
- Grad der Verschmutzung/Kontamination
- Involvierter Knochen (z.B. Tibia größeres Risiko als Hand)
- Alter
- Komorbiditäten (Diabetes mellitus, Adipositas, Durchblutungsstörung, Nikotinabusus, Immunsuppression)
Operativer Zugangsweg und Weichteilverhältnisse (z.B. höheres Risiko bei relevanter Weichteildissektion). Die Einteilung offener Frakturen erfolgt nach der Gustilo-Anderson-Klassifikation 1,2. Das Risiko für eine Osteomyelitis nach offener Fraktur steigt mit der Verletzungsschwere.
| Typ | Wundgröße | Kontamination | Fraktur | Gefäßverletzung | Weichteildeckung |
|---|---|---|---|---|---|
| I | <1cm |
Minimal | Einfach, kein periostal stripping | Nein | Adäquat |
| II | >1cm | Moderat | Einfach mit geringer Segmentierung, minimales periostal stripping | Nein | Adäquat |
| III A | unabhängig | Schwer | Schwere Zertrümmerung, periostal stripping | Nein | Adäquat |
| III B | unabhängig | Schwer | Schwere Zertrümmerung, periostal stripping | Nein | Inadäquat (Deckung durch freien oder rotierten Lappen notwendig) |
| III C | unabhängig | Schwer | Schwere Zertrümmerung, periostal stripping | Ja | Inadäquat (Deckung durch freien oder rotierten Lappen notwendig) |