DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Triple I/Klinisches Bild
Klinisches Bild
Der Begriff "Triple I" wurde auf einem internationalen Workshop als Ersatz für die bis dahin gebräuchlichen Bezeichnungen Amnioninfektionssyndrom und Chorioamnionitis beschlossen. Ziel war es, maternales Fieber von einer intrauterinen Infektion und/oder Inflammation zu unterscheiden. Dabei steht "Triple I" für "intrauterine Inflammation oder Infektion oder beidem". Häufigste Ursache für ein Triple I ist der (frühe) vorzeitige Blasensprung und die einhergehende aszendierende Infektion.
| Definition | |
|---|---|
| Maternales Fieber |
dann Wiederholung der Messung nach 30 min. wenn Temperatur > 38,0 °C, dann liegt ebenfalls maternales Fieber vor. |
| V.a. Triple I | Maternales Fieber unklarer Genese
plus mind. einer der Punkte:
2. Maternale Leukozytose > 15.000µg ohne Kortikosteoridgabe 3. Purulenter Fluor aus dem Zervikalkanal |
| Bestätigtes Triple I | V.a. Triple plus objektive Befunde einer Infektion:
|
Konkrete Zahlen aus Deutschland liegen nicht vor. Die Recherche hierzu wird erschwert durch die neue und alte Begriffsdefinition. Eine Untersuchung ergab für das Jahr 2008 in den USA 2,2 Millionen Lebendgeburten mit der Angabe einer Chorioamnionitis. Die Prävalenz wird mit 9,7/1000 Lebendgeburten angegeben, wobei die neonatale Mortalität bei 1,4/1000 Lebendgeburten lag. Im Vergleich lag diese unter den Kindern ohne eine Chorioamnionitis bei 0,81/1000 Lebendgeburten[1]. Das Vorliegen eines Triple I ist ein Prädiktor für einige potenziell gefährliche Komplikationen:
- Neugeboreneninfektion
- Fetales Inflammatory Response Syndrom (FIRS)
- Sepsis der Mutter
- Frühgeburt
- Uterine Dysfunktion mit Gefahr eines Geburtsstillstands und/oder postpartaler Atonie
- Bei Sectio caesarea erhöhtes Risiko von
- Wundinfektion
- Endomyometritis
- Thrombophlebitis
- ↑ Malloy MH. Chorioamnionitis: epidemiology of newborn management and outcome United States 2008. J Perinatol. 2014 Aug;34(8):611-5. doi: 10.1038/jp.2014.81. Epub 2014 May 1. PMID: 24786381.