DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Mastitis puerperalis/Therapie
Die Therapie richtet sich zunächst an konservative Maßnahmen. Hierzu sollte die erkrankte Brust regelmäßig entleert werden. Hierbei kann es hilfreich sein, das Kind zunächst an die nicht erkrankte Brust anzulegen, um den Milchfluss in Gang zu bringen[1][2]. Dabei sollte die Stilltechnik auch unter zu Hilfenahme einer Stillberaterin optimiert werden. Ein weiteres Mittel, um den Milchfluss in Gang zu bringen, stellen warme Umschläge vor dem Stillen dar. Eine alternierende Kühlung nach dem Stillen, kann dabei Schmerzen und Schwellung mindern[3][2][1].
Die vor einigen Jahren noch eingesetzten Oxytocin Nasensprays zur Förderung der Milchentleerung durch Stimulation der myoepithelialen Zellen wird heutzutage nicht mehr empfohlen. Bei fehlender Prüfung der Unbedenklichkeit und des fehlenden Nachweises der therapeutischen Wirksamkeit, wurde den Nasensprays bereits 2008 die Zulassung entzogen.
Bei Beschwerdepersistenz größer 24 bis 48 Stunden oder bei Auftreten von Fieber trotz der genannten konservativen Maßnahmen, sollte eine antibiotische Therapie begonnen werden.
| Klinische Situationen | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mastitis puperperalis | Therapie der Wahl | Flucloxacillin po | 3 x 4 g | 7 – 10 Tage | - | - |
| Alternativ bei Penicillin Allergie | Clindamycin po | 3 x 600 mg | 7 – 10 Tage | - | - |