DGI:Blutstrominfektion/Gram-positive Bakterien/Staphylokokken/Diagnostik

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Staphylococcus aureus

Kulturelle Anzucht auf Blutagar mit Nachweis der Koagulasebildung und Speziesbestätigung via MALDI-TOF-Massenspektrometrie. Der Nachweis erfolgt in der Blutkultur und aus Proben eines vermuteten Fokus. Im Rahmen der S. aureus Bakteriämie (SAB) sollten täglich Folge-Blutkulturen bis zur Negativität entnommen werden. Auf Grund der hohen Virulenz des Erregers ist bereits der Nachweis von S. aureus in nur einer Blutkultur als relevant zu betrachten und erfordert eine entsprechende Therapie.

Da eine SAB durch einen bislang nicht bekannten Fokus verursacht werden kann und andererseits bei bestehender SAB auch eine Absiedelung des Erregers an z.B. Fremdmaterialien oder anderen Oberflächen möglich ist, kommt der Fokussuche eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehört in aller Regel die TEE sowie ggf. weitere diagnostische Prozeduren wie CCT, WS-CT bis hin zum PET-CT. Eine Echokardiographie sollte bei jeder SAB erfolgen, bei weiterhin bestehendem Endokarditisverdacht sollte eine Kontrollechokardiographie erfolgen.

Bei chronischen Infektionen (Osteomyelitis, Gelenkprothesen-Infektionen, Endokarditis) können sog. „small colony variants“ auftreten, die durch langsames Wachstum und einen veränderten Stoffwechsel charakterisiert sind. Dies kann sowohl die Diagnostik als auch bei geringerer Empfindlichkeit gegenüber einigen Antibiotika die Therapie erschweren.