DGI:ZNS-Infektionen/Abstract

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Einleitung

Infektionen des Zentralen Nervensystems (ZNS) stellen nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Das klinische Erscheinungsbild kann sehr variabel und die notwendige Diagnostik aufwendig ein. Wenngleich Infektionen bei intensivstationären Patienten in ihrer Häufigkeit nicht an führender Stelle stehen [1], ist eine frühzeitige Erkennung und adäquate Therapie von erheblicher Bedeutung für die Prognose. So zeigte die EPIC II-Studie, dass die Rate bei dieser Population weltweit unter 5% liegt, in unseren Breiten ca. 3% beträgt. Wie für die Behandlung einer jeden anderen Infektion ist es von entscheidender Bedeutung, adäquate Gewebespiegel zu bewerkstelligen. Die Besonderheiten der Penetration von Anti-infektiva in das ZNS mit den Faktoren der Blut-Hirn- und Blut-Liquorschranke haben Kumta et al. [2] anschaulich aufgearbeitet (Abbildungen 1, 2). Neben pharmakologischen Aspekten, wie der Hydro- oder Lipophilie der anti-infektiven Substanzen, spielt das Ausmaß der meningealen Inflammation eine große Rolle für die Penetration in Liquor und/ oder Gewebe. Blassmann et al. [3] konnten die Notwendigkeit erheblich höherer Dosierungen von Anti-infektiva für eine suffiziente Therapie von Infektionen aufzeigen [3].

Aufgrund des Fehlens randomisierter klinischer Studien gibt es keinen entsprechenden Evidence-Grad für eine bestimmte Therapiestrategie, sondern es liegt eine Reihe an unterschiedlichen Empfehlungen vor wie z.B. unter [4-7]. Im folgenden Kapitel werden verschiedene Infektionen des ZNS behandelt und deren Behandlung beim Erwachsenen vorgestellt.