DGI:Blutstrominfektion/Hefepilze/Candida/Therapie

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Über die Speziesbestimmung kann im Regelfall eine zielgerichtete Therapie begonnen werden. Intrinsische Resistenzen spielen aktuell eine relevantere Rolle im Vergleich zu erworbenen Resistenzen. Regionale Besonderheiten sollten Beachtung bei der Therapiewahl finden. Klinische Breakpoints anhand der im Labor bestimmbaren MHKs sind nicht für alle Spezies vorhanden. Eine Vortherapie oder Prophylaxe mit Azolen stellt ein erhöhtes Risiko für eine Resistenz bzw. für eine C. glabrata Infektion dar. Insgesamt sollte jedoch bei Candidämien möglichst immer mit einem Echinocandin begonnen werden aufgrund der sehr guten und raschen Fungizidie.

Im Verlauf kann bei gutem Therapieansprechen, der Speziesidentikation und der Bestimmung des Antimykogramms häufig ein Wechsel auf Fluconazol in hoher Dosierung erfolgen, im Schnitt nach 5-7 Tagen (Pappas, Peter G. et al 2016).

  Direkt nach Einleitung einer Therapie sollten folgende Schritte eingeleitet werden:

  • Tägliche Blutkulturentnahme, da die Therapiedauer mindestens 14 Tage ab der ersten negativen Blutkultur erreichen sollte
  • Funduskopie mit Ausschluß einer Candida-Beteiligung (Candida-Chorioretinitis). Bei neutropenen Patient:innen sollte die Untersuchung nach Rekonstitution des Immunsystems durchgeführt werden. Diese Untersuchung hat auch therapeutische Relevanz, da Echinocandine nur minimale Spiegel im ZNS und im Auge erreichen.
  • Evaluation einliegender Fremdkörper mit möglichst Wechsel von Kathetern
  • Bei persistierender Candidämie: Echokardiographie und ggf. weitere Bildgebung