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DGI:Opportunistische Infektionen/CMV/Therapie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
Kristina.jozic (Diskussion | Beiträge)
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Die Behandlung der gesicherten Endorganerkrankung erfolgt in einer Induktionsphase, in der Regel 2–3 Wochen und organ- beziehungsweise verlaufsabhängig, mit anschließender Erhaltungs- beziehungsweise Sekundärprophylaxe. First-Line sind Ganciclovir intravenös beziehungsweise orales Valganciclovir.
Die Behandlung der gesicherten Endorganerkrankung erfolgt in einer Induktionsphase, in der Regel 2–3 Wochen und organ- beziehungsweise verlaufsabhängig, mit anschließender Erhaltungs- beziehungsweise Sekundärprophylaxe. First-Line sind Ganciclovir intravenös beziehungsweise orales Valganciclovir.
 
[[Datei:DGI_Graphik CMV Tabelle Therapie.png||zentriert|mini|Abb. 3: Therapie-Algorithmus der CMV-Endorganerkrankung ]]




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| Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung.
| Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung.
|}
|}
====Erregerspezifische Therapie====
{| class="wikitable"
! '''Substanz'''
! '''Wirkmechanismus'''
! '''Einsatz'''
! '''Dosierung und Hinweise '''
|-
| Ganciclovir
| DNA-Polymerase-Hemmung (UL54), Aktivierung durch UL97
| First-Line Induktion bei Endorganerkrankung
| 2×5 mg/kg/d i.v.; Cave Myelosuppression und Neutropenie
|-
| Valganciclovir
| Orales Prodrug des Ganciclovir
| First-Line oral, Erhaltung und Prophylaxe bei SOT
| 2×900 mg/d p.o. zur Induktion, 1×900 mg/d zur Erhaltung; nierenadaptiert; Myelosuppression.
|-
| Foscarnet
| Direkte DNA-Polymerase-Hemmung (UL54)
| Alternative bei GCV-Unverträglichkeit oder Resistenz
| 2×90 mg/kg/d i.v.; Cave Nephrotoxizität und Elektrolytstörungen.
|-
| Letermovir
| Terminase-Inhibitor (pUL56)
| Prophylaxe nach HSCT und bei Hochrisiko-Nierentransplantation; nicht zur Therapie der Endorganerkrankung
| 480 mg/d p.o./i.v., 240 mg mit Ciclosporin; kaum Myelotoxizität; bei fehlender HSV/VZV-Wirksamkeit ggf. zusätzliche Herpesvirus-Prophylaxe.
|-
| Maribavir
| UL97-Kinase-Inhibitor
| Refraktäre/resistente CMV nach Transplantation
| 2×400 mg/d p.o.; Geschmacksstörung möglich.
|}
====Besonderheiten nach Organmanifestation bei HIV====
*'''Retinitis mit Visusbedrohung:''' Ganciclovir i.v. oder Foscarnet i.v.; bei unmittelbar sehbedrohenden Läsionen zusätzlich intravitreale Injektion von Ganciclovir oder Foscarnet.
*'''Periphere Retinitis:''' orales Valganciclovir möglich.
*'''Ösophagitis/Kolitis:''' Ganciclovir i.v.; Umstellung auf Valganciclovir p.o. bei Besserung.
*'''Enzephalitis/Myelitis:''' Ganciclovir, ggf. in Kombination mit Foscarnet; Therapie bis zur Liquor-Clearance.

Aktuelle Version vom 4. August 2026, 11:52 Uhr

Die Behandlung der gesicherten Endorganerkrankung erfolgt in einer Induktionsphase, in der Regel 2–3 Wochen und organ- beziehungsweise verlaufsabhängig, mit anschließender Erhaltungs- beziehungsweise Sekundärprophylaxe. First-Line sind Ganciclovir intravenös beziehungsweise orales Valganciclovir.

Abb. 3: Therapie-Algorithmus der CMV-Endorganerkrankung


Kalkulierte Therapie

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Gesicherte CMV-Endorganerkrankung Therapie der Wahl, Induktion Ganciclovir i.v. oder Valganciclovir p.o. Ganciclovir 2×5 mg/kg/d i.v. oder Valganciclovir 2×900 mg/d p.o. In der Regel 2–3 Wochen, organ-/verlaufsabhängig Nierenfunktion beachten; Blutbildkontrollen wegen Myelosuppression. Therapieansprechen klinisch und über CMV-Virämie beurteilen.
GCV-Unverträglichkeit oder GCV-Resistenz Alternative Foscarnet 2×90 mg/kg/d i.v. Verlaufsabhängig Nierenfunktion, Hydratation und Elektrolyte eng kontrollieren. Nephrotoxizität und Elektrolytstörungen beachten.
Refraktäre/resistente CMV nach Transplantation Zugelassene orale Option Maribavir 2×400 mg/d p.o. Verlaufsabhängig Resistenzdiagnostik, Interaktionen und klinisches Setting berücksichtigen. Wirksam auch bei GCV-/Foscarnet-/Cidofovir-resistenten Stämmen; Geschmacksstörung möglich.
Reserve bei komplexer Resistenzlage Reserve Cidofovir 5 mg/kg/Woche i.v. + Probenecid Verlaufsabhängig Ausgeprägte Nephrotoxizität beachten. Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung.