DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Vorzeitiger Blasensprung/Klinisches Bild/Prognose: Unterschied zwischen den Versionen
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Der frühe vorzeitige Blasensprung ist ein Risikofaktor für eine Frühgeburt. So entbinden 50% der Schwangeren innerhalb von 7 Tagen nach PPROM. Je nach Gestationsalter muss ein die Möglichkeit der Prolongation der Schwangerschaft mit geringerer Frühgeburts-bedingter Morbidität gegen das Risiko eines Amnioninfektionssyndroms abgewogen werden. Nach Möglichkeit sollte vor 34 + 0 SSW die Schwangerschaft zumindest bis zum Abschluss der Lungenreifeinduktion prolongiert werden, sofern kein Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom besteht. Eine Kohortenstudie erbrachte bei Schwangeren mit B-Streptokokken negativem Befund eine mediane Schwangerschaftsverlängerung von 6,1 Tagen. Hierbei betrug die kumulative Entbindungsrate nach: | Der frühe vorzeitige Blasensprung ist ein Risikofaktor für eine Frühgeburt. So entbinden 50% der Schwangeren innerhalb von 7 Tagen nach PPROM. Je nach Gestationsalter muss ein die Möglichkeit der Prolongation der Schwangerschaft mit geringerer Frühgeburts-bedingter Morbidität gegen das Risiko eines Amnioninfektionssyndroms abgewogen werden. Nach Möglichkeit sollte vor 34 + 0 SSW die Schwangerschaft zumindest bis zum Abschluss der Lungenreifeinduktion prolongiert werden, sofern kein Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom besteht. Eine Kohortenstudie erbrachte bei Schwangeren mit B-Streptokokken negativem Befund eine mediane Schwangerschaftsverlängerung von 6,1 Tagen. Hierbei betrug die kumulative Entbindungsrate nach: | ||
* 48 Stunden: 27% | *48 Stunden: 27% | ||
* 7 Tagen: 56% | *7 Tagen: 56% | ||
* 14 Tagen: 76% | *14 Tagen: 76% | ||
* 21 Tagen: 86%, | *21 Tagen: 86%, | ||
wobei ein inverses Verhältnis der Latenzzeit von Schwangerschaftsalter und Geburt vorliegt. | wobei ein inverses Verhältnis der Latenzzeit von Schwangerschaftsalter und Geburt vorliegt. | ||
Weitere mögliche Komplikationen sind: | |||
* Triple I (Chorioamnionitis, Amnioninfektionssyndrom) im weiteren Schwangerschaftsverlauf bei 15 - 20% | *Triple I (Chorioamnionitis, Amnioninfektionssyndrom) im weiteren Schwangerschaftsverlauf bei 15 - 20% | ||
* | *Postpartale Infektion von Mutter (Uterus) und/oder Kind (Sepsis) nochmals 15 - 20% | ||
* | *Maternale Sepsis 1% | ||
* | *Vorzeitige Plazentalösung 4 - 12% | ||
* Nabelschnurkompression (Nabelschnurvorfall extrem selten) | *Nabelschnurkompression (Nabelschnurvorfall extrem selten) | ||
* | *Postpartale Blutung | ||
Der vorzeitige Blasensprung mehr als 12 Stunden vor Eintreten Zervix-wirksamer Wehen stellt eine erhöhte Gefahr für aszendierende Infektionen dar. Hierzu zählen insbesondere: | Der vorzeitige Blasensprung mehr als 12 Stunden vor Eintreten Zervix-wirksamer Wehen stellt eine erhöhte Gefahr für aszendierende Infektionen dar. Hierzu zählen insbesondere: | ||
* Chorioamnionitis | *Chorioamnionitis | ||
* Endometritis | *Endometritis | ||
Aktuelle Version vom 1. Juni 2022, 06:04 Uhr
Der frühe vorzeitige Blasensprung ist ein Risikofaktor für eine Frühgeburt. So entbinden 50% der Schwangeren innerhalb von 7 Tagen nach PPROM. Je nach Gestationsalter muss ein die Möglichkeit der Prolongation der Schwangerschaft mit geringerer Frühgeburts-bedingter Morbidität gegen das Risiko eines Amnioninfektionssyndroms abgewogen werden. Nach Möglichkeit sollte vor 34 + 0 SSW die Schwangerschaft zumindest bis zum Abschluss der Lungenreifeinduktion prolongiert werden, sofern kein Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom besteht. Eine Kohortenstudie erbrachte bei Schwangeren mit B-Streptokokken negativem Befund eine mediane Schwangerschaftsverlängerung von 6,1 Tagen. Hierbei betrug die kumulative Entbindungsrate nach:
- 48 Stunden: 27%
- 7 Tagen: 56%
- 14 Tagen: 76%
- 21 Tagen: 86%,
wobei ein inverses Verhältnis der Latenzzeit von Schwangerschaftsalter und Geburt vorliegt.
Weitere mögliche Komplikationen sind:
- Triple I (Chorioamnionitis, Amnioninfektionssyndrom) im weiteren Schwangerschaftsverlauf bei 15 - 20%
- Postpartale Infektion von Mutter (Uterus) und/oder Kind (Sepsis) nochmals 15 - 20%
- Maternale Sepsis 1%
- Vorzeitige Plazentalösung 4 - 12%
- Nabelschnurkompression (Nabelschnurvorfall extrem selten)
- Postpartale Blutung
Der vorzeitige Blasensprung mehr als 12 Stunden vor Eintreten Zervix-wirksamer Wehen stellt eine erhöhte Gefahr für aszendierende Infektionen dar. Hierzu zählen insbesondere:
- Chorioamnionitis
- Endometritis