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DGI:Blutstrominfektion/Hefepilze/Candida/Diagnostik: Unterschied zwischen den Versionen

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Wichtige anamnestische Faktoren sind:  
Wichtige anamnestische Faktoren sind:  
*Krankenhausaufenthalte >7 Tage
*Vorkolonisation mit ''Candida'' spp.
*Diverse Arten der Immunsuppressionen
*Erhalt einer Breitspektrumantibiotikatherapie


* Krankenhausaufenthalte >7 Tage
Der Nachweis einer Candidämie ist mittels üblicher Blutkulturflaschen möglich. Mit der Verwendung von spezifischen Pilz-Blutkulturflaschen kann die Sensitivität der Blutkultur-Diagnostik möglicherweise erhöht werden. Die Erregerdichte bei Candidämien im Blut ist häufig nur intermittierend und in der Regel gering, minimal können ≤ 1KBE/ml nachgewiesen werden. Bei Candidämien gelingt der Nachweis in der Blutkultur im Schnitt nach 2-5 Tagen der Bebrütung und wird beeinflusst u.a. durch die vorliegende Spezies<ref name=":0">Pappas, Peter G. et al 2016</ref>. Bei klinisch vermuteter Candidämie kann diese in ca. 70-80% der Fälle durch Blutkulturdiagnostik nachgewiesen werden<ref>Seifert et al. 2007</ref>. Die Nachweisrate hängt jedoch von der kausalen Ursache, dem Patient:innenalter und auch der Spezies ab.  
* Vorkolonisation mit ''Candida'' spp.
* Diverse Arten der Immunsuppressionen
* Erhalt einer Breitspektrumantibiotikatherapie
 
Der Nachweis einer Candidämie ist mittels üblicher Blutkulturflaschen möglich. Mit der Verwendung von spezifischen Pilz-Blutkulturflaschen kann die Sensitivität der Blutkultur-Diagnostik möglicherweise erhöht werden. Die Erregerdichte bei Candidämien im Blut ist häufig nur intermittierend und in der Regel gering, minimal können ≤ 1KBE/ml nachgewiesen werden. Bei Candidämien gelingt der Nachweis in der Blutkultur im Schnitt nach 2-5 Tagen der Bebrütung und wird beeinflusst u.a. durch die vorliegende Spezies<ref name=":0">Pappas, Peter G. et al 2016</ref>. Bei klinisch vermuteter Candidämie kann diese in ca. 70-80% der Fälle durch Blutkulturdiagnostik nachgewiesen werden<ref>Seifert et al. 2007</ref>. Die Nachweisrate hängt jedoch von der kausalen Ursache, dem Patientenalter und auch der Spezies ab.  


Bei klinischem Verdacht kann eine Candida-Antigen- oder Candida-Antikörper-Bestimmung die Diagnostik ergänzen. Mit einem auf Mannan bzw. Anti-Mannan IgG basierenden Test liegt die Sensitivität bei 58/59% mit einer Spezifität von 93/83%<ref name=":0" />. Aufgrund der eingeschränkten Sensitivität und Spezifität ist die klinische Relevanz der Untersuchung umstritten.
Bei klinischem Verdacht kann eine Candida-Antigen- oder Candida-Antikörper-Bestimmung die Diagnostik ergänzen. Mit einem auf Mannan bzw. Anti-Mannan IgG basierenden Test liegt die Sensitivität bei 58/59% mit einer Spezifität von 93/83%<ref name=":0" />. Aufgrund der eingeschränkten Sensitivität und Spezifität ist die klinische Relevanz der Untersuchung umstritten.


Aufgrund des erschwerten diagnostischen Nachweises können zur Evaluation der Therapie zusätzlich spezifische Scores genutzt werden, wie beispielhaft Candida Score oder Candida Colonization Index<ref>Ruhnke, M. 2014</ref>.
Aufgrund des erschwerten diagnostischen Nachweises können zur Evaluation der Therapie zusätzlich spezifische Scores genutzt werden, wie beispielhaft Candida Score oder Candida Colonization Index<ref>Ruhnke, M. 2014</ref>.
<references />

Aktuelle Version vom 3. November 2022, 08:03 Uhr

Wichtige anamnestische Faktoren sind:

  • Krankenhausaufenthalte >7 Tage
  • Vorkolonisation mit Candida spp.
  • Diverse Arten der Immunsuppressionen
  • Erhalt einer Breitspektrumantibiotikatherapie

Der Nachweis einer Candidämie ist mittels üblicher Blutkulturflaschen möglich. Mit der Verwendung von spezifischen Pilz-Blutkulturflaschen kann die Sensitivität der Blutkultur-Diagnostik möglicherweise erhöht werden. Die Erregerdichte bei Candidämien im Blut ist häufig nur intermittierend und in der Regel gering, minimal können ≤ 1KBE/ml nachgewiesen werden. Bei Candidämien gelingt der Nachweis in der Blutkultur im Schnitt nach 2-5 Tagen der Bebrütung und wird beeinflusst u.a. durch die vorliegende Spezies[1]. Bei klinisch vermuteter Candidämie kann diese in ca. 70-80% der Fälle durch Blutkulturdiagnostik nachgewiesen werden[2]. Die Nachweisrate hängt jedoch von der kausalen Ursache, dem Patient:innenalter und auch der Spezies ab.

Bei klinischem Verdacht kann eine Candida-Antigen- oder Candida-Antikörper-Bestimmung die Diagnostik ergänzen. Mit einem auf Mannan bzw. Anti-Mannan IgG basierenden Test liegt die Sensitivität bei 58/59% mit einer Spezifität von 93/83%[1]. Aufgrund der eingeschränkten Sensitivität und Spezifität ist die klinische Relevanz der Untersuchung umstritten.

Aufgrund des erschwerten diagnostischen Nachweises können zur Evaluation der Therapie zusätzlich spezifische Scores genutzt werden, wie beispielhaft Candida Score oder Candida Colonization Index[3].

  1. 1,0 1,1 Pappas, Peter G. et al 2016
  2. Seifert et al. 2007
  3. Ruhnke, M. 2014