Zum Inhalt springen

Achtung: Bitte beachten Sie unbedingt die Nutzungsbedingungen. Trotz sorgfältiger Prüfung wird keinerlei Haftung für die dargestellten Inhalte übernommen. Alle Inhalte richten sich ausschließlich an ein ärztliches Fachpublikum.

DGI:Opportunistische Infektionen/CMV/Diagnostik/Diagnostische Schritte: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
Bestem (Diskussion | Beiträge)
Kristina.jozic (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(6 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
=== Diagnostische Schritte ===
[[Datei:DGI_CMV Tabelle diagnostische Schritte.png|zentriert|mini|Abb. 2: Diagnostischer Algorithmus der CMV-Endorganerkrankung ]]
Eine '''Primärinfektion''' erfolgt über den Antikörpernachweis. Eine Serokonversion ist nach einem Zeitintervall von 2 Wochen anzunehmen.


Eine '''Reaktivierung bei Immunkompetenz''': Der Nachweis erfolgt im Regelfall über einen Titeranstieg Anti-CMV-IgG ggf. kann auch ein niedriger Titer für CMV-IgM bestehen.


Bei Immunsuppression bzw. sekundärem Immunglobulinmangel ist ggf. kein serologischer Nachweis möglich. Hier ist in Abhängigkeit der vermuteten Lokalisation häufig ein primärer Direktnachweis mittels PCR notwendig.
{| class="wikitable"
<br />
!''' Methode'''
! '''Material'''
! '''Stellenwert/Aussage'''
|-
| Quantitative CMV-DNA-PCR (NAT)
| EDTA-PLasma, ggf. Liquor oder BAL
| Standard für Screening, Diagnosestütze und Verlauf; Ergebnis in IU/ml nach WHO-Standard; plasmabasierte Virämie ist nicht beweisend für Endorganbefall.
|-
| Funduskopie
| Auge, klinisch
| Funduskopie Auge, klinisch Diagnose der Retinitis durch erfahrene Ophthalmolog:innen anhand typischer Läsionen.
|-
| Endoskopie + Biopsie, HIstologie/IHC
| GI-Schleimhaut, Gewebe
| Beweis der gewebsinvasiven Erkrankung, z. B. „Eulenaugenzellen“ und Immunhistochemie.
|-
| CMV-DNA im Liquor/BAL
| Liquor, BAL
| CMV-DNA im Liquor / BAL Liquor, BAL Sicherung von ZNS-Befall beziehungsweise Pneumonitis im klinischen Kontext.
|-
| Resistenztestung, Genotyp UL97/UL54
| Plasma
| Bei Therapieversagen oder unter Therapie ansteigender Viruslast.
|-
| CMV-Immunmonitoring, z.B. QuantiFERON-CMV, ELISpot
| Vollblut
| Optional zur Risikostratifizierung und Steuerung der Prophylaxe-Dauer.
|}
 
Die pp65-Antigenämie ist historisch bedeutsam, wird in der Routine aber weitgehend durch die quantitative NAT ersetzt.

Aktuelle Version vom 4. August 2026, 11:50 Uhr

Abb. 2: Diagnostischer Algorithmus der CMV-Endorganerkrankung


Methode Material Stellenwert/Aussage
Quantitative CMV-DNA-PCR (NAT) EDTA-PLasma, ggf. Liquor oder BAL Standard für Screening, Diagnosestütze und Verlauf; Ergebnis in IU/ml nach WHO-Standard; plasmabasierte Virämie ist nicht beweisend für Endorganbefall.
Funduskopie Auge, klinisch Funduskopie Auge, klinisch Diagnose der Retinitis durch erfahrene Ophthalmolog:innen anhand typischer Läsionen.
Endoskopie + Biopsie, HIstologie/IHC GI-Schleimhaut, Gewebe Beweis der gewebsinvasiven Erkrankung, z. B. „Eulenaugenzellen“ und Immunhistochemie.
CMV-DNA im Liquor/BAL Liquor, BAL CMV-DNA im Liquor / BAL Liquor, BAL Sicherung von ZNS-Befall beziehungsweise Pneumonitis im klinischen Kontext.
Resistenztestung, Genotyp UL97/UL54 Plasma Bei Therapieversagen oder unter Therapie ansteigender Viruslast.
CMV-Immunmonitoring, z.B. QuantiFERON-CMV, ELISpot Vollblut Optional zur Risikostratifizierung und Steuerung der Prophylaxe-Dauer.

Die pp65-Antigenämie ist historisch bedeutsam, wird in der Routine aber weitgehend durch die quantitative NAT ersetzt.