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DGI:Opportunistische Infektionen/Kryptokokkose/Abstract: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
Markus.brechtel (Diskussion | Beiträge)
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Die Kryptokokkose ist eine schwere lebensbedrohliche Infektion, welche sowohl bei Patient:innen mit intaktem als auch geschwächtem Immunsystem auftreten kann. In der Regel manifestiert sie sich jedoch als klassische opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Patient:innen und wird in der Mehrzahl der Fälle durch ''Cryptococcus neoformans'' verursacht, einem Pilz, der ubiquitär z.B. in Taubenkot oder im Erdreich vorkommt und den Menschen meistens via Aerosolinhalation infiziert. Infektionen durch ''Cryptococcus gattii'' erfahren in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung und sind vor allem in (sub)tropischen Ländern verbreitet. Im Vergleich zu ''Cryptococcus neoformans'' scheint ''Cryptococcus gattii'' virulenter zu sein, da auch immunkompetente Personen erkranken. Obwohl Kryptokokken alle Organe infizieren können, weisen sie eine besonders hohe Affinität für das zentrale Nervensystem (ZNS) auf (Neurotropismus), die ausschlaggebend für die hohe Letalität dieser Erkrankung ist. Eine gefürchtete Komplikation ist eine Liquorabflusstörung mit konsekutiver Hirndrucksteigerung, die durch die massenhafte Aggregation von Kryptokokken an den Granulationes arachnoideales im Subarachnoidalraum verursacht wird. Zur Behandlung der Kryptokokkose können liposomales Amphotericin B, Voriconazol, Fluconazol, Itraconazol oder Flucytosin eingesetzt werden, wohingegen Echinocandine keine Wirkung gegen Kryptokokken aufweisen.
Die Kryptokokkose ist eine schwere lebensbedrohliche Infektion, welche sowohl bei Patient:innen mit intaktem als auch geschwächtem Immunsystem auftreten kann. In der Regel manifestiert sie sich jedoch als klassische opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Patient:innen. In der Mehrzahl der Fälle wird sie durch ''Cryptococcus neoformans'' verursacht, einem Pilz, der ubiquitär z.B. in Taubenkot oder im Erdreich vorkommt und den Menschen meistens via Aerosolinhalation infiziert. Infektionen durch ''Cryptococcus gattii'' erfahren in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung und sind vor allem in (sub)tropischen Ländern verbreitet. Im Vergleich zu ''Cryptococcus neoformans'' scheint ''Cryptococcus gattii'' virulenter zu sein, da auch immunkompetente Personen erkranken. Obwohl Kryptokokken alle Organe infizieren können, weisen sie eine besonders hohe Affinität für das zentrale Nervensystem (ZNS) auf (Neurotropismus), die ausschlaggebend für die hohe Letalität dieser Erkrankung ist. Eine gefürchtete Komplikation ist eine Liquorabflusstörung mit konsekutiver Hirndrucksteigerung, die durch die massenhafte Aggregation von Kryptokokken an den Granulationes arachnoideales im Subarachnoidalraum verursacht wird. Zur Behandlung der Kryptokokkose können liposomales Amphotericin B, Voriconazol, Fluconazol, Itraconazol oder Flucytosin eingesetzt werden, wohingegen Echinocandine keine Wirkung gegen Kryptokokken aufweisen.

Version vom 16. Dezember 2021, 07:40 Uhr

Die Kryptokokkose ist eine schwere lebensbedrohliche Infektion, welche sowohl bei Patient:innen mit intaktem als auch geschwächtem Immunsystem auftreten kann. In der Regel manifestiert sie sich jedoch als klassische opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Patient:innen. In der Mehrzahl der Fälle wird sie durch Cryptococcus neoformans verursacht, einem Pilz, der ubiquitär z.B. in Taubenkot oder im Erdreich vorkommt und den Menschen meistens via Aerosolinhalation infiziert. Infektionen durch Cryptococcus gattii erfahren in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung und sind vor allem in (sub)tropischen Ländern verbreitet. Im Vergleich zu Cryptococcus neoformans scheint Cryptococcus gattii virulenter zu sein, da auch immunkompetente Personen erkranken. Obwohl Kryptokokken alle Organe infizieren können, weisen sie eine besonders hohe Affinität für das zentrale Nervensystem (ZNS) auf (Neurotropismus), die ausschlaggebend für die hohe Letalität dieser Erkrankung ist. Eine gefürchtete Komplikation ist eine Liquorabflusstörung mit konsekutiver Hirndrucksteigerung, die durch die massenhafte Aggregation von Kryptokokken an den Granulationes arachnoideales im Subarachnoidalraum verursacht wird. Zur Behandlung der Kryptokokkose können liposomales Amphotericin B, Voriconazol, Fluconazol, Itraconazol oder Flucytosin eingesetzt werden, wohingegen Echinocandine keine Wirkung gegen Kryptokokken aufweisen.