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Version vom 23. November 2021, 10:03 Uhr
Der kulturelle Nachweis von Kryptokokken stellt den Goldstandard für die Diagnose einer Kryptokokkose dar und sollte somit bei Verdacht auf eine Kryptokokkose immer durchgeführt werden. Auf Sabouraud-Agar kann man Kryptokokken in der Regel kulturell innerhalb von 3 Tagen nachweisen; bei sehr geringer Erregerlast kann die kulturelle Anzucht jedoch bis zu 14 Tage dauern. Das Kryptokokkenantigen (CrAg) aus dem Serum hat sich aufgrund seiner exzellenten Sensitivität und Spezifität sowie seiner einfachen Handhabung (ELISA/Lateral-flow Assay) als Screeningtest in der Routinediagnostik etabliert. Ergänzend hierzu kann ein Tuschepräparat (mit „Indian Ink“) aus Liquor zur Mikroskopie durchgeführt werden.
| Maßnahme | Indikation | Kommentar |
|---|---|---|
| Liquorpunktion (LP) | Erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik zur Abklärung einer Kryptokokken-meningitis | Eine LP sollte durchgeführt werden bei:
1) ZNS- Symptomen 2) bei allen Patient:innen mit positivem Serum CrAg +/- positiver Fungämie (Blutkultur) +/- positiven Biopsien. Unabhängig vom Liquorbefund sollte immer eine CrAg-Bestimmung, ein Tuschepräparat und eine kulturelle Anzucht erfolgen, da eine Zellzahlerhöhung im Liquor bei entsprechender Immunsuppression auch fehlen kann[1]. Eine lymphozytäre Pleozytose mit einem erhöhten Eiweiß und einer erniedrigten Glukose ist ein typischer Liquorbefund einer KM. |
| Kryptokokken-Antigen CrAg | Immer erforderlich (Screeningtest) aus Serum bei schwerer Immunsuppression (HIV CD4 < 200/µl)[2] | Das CrAg weist in der Regel eine sehr hohe Sensitivität und Spezifität auf. Ein negatives Serum CrAg schließt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kryptokokkeninfektion aus[3]. Die Höhe des Serum CrAg-Titers korreliert mit der Erregerlast / Erkrankungsschwere und der Wahrscheinlichkeit für eine ZNS-Infektion[4]. |
| Kultur | Immer erforderlich | Eine Kultur aus Blut / Liquor / Biopsie sollte immer durchgeführt werden (Goldstandard). |
| cMRT/cCT/CT-Thorax/Abdomen | Erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik | Eine (cerebrale) Bildgebung sollte durchgeführt werden bei:
1) (fokal) neurologischer Symptomatik 2) positivem Serum CrAg. Insbesondere bei einem positivem CrAg ohne Meningitisnachweis sollte eine komplette Bildgebung des Körpers durchgeführt werden, um Kryptokokkome auszuschließen[5]. |
| Bronchoalveoläre Lavage (BAL) | Ggf. erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik | Bei Nachweis von Infiltraten sollte eine BAL mit einer kulturellen Anlage auf Kryptokokken durchgeführt werden. |
| Differntialdiagnose | Verdrängender Effekt | CD4-Zellzahl (HIV) | Anteil solitäre Läsionen | Lokalisation | Enhancement im cCT / cMRT | Sonstige Merkmale | Liquorbefund |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zerebrale Toxoplasmose | Häufig | < 200/µl | Häufig multiple Läsionen | Frontal, Basalganglien, parietal | Häufig ringförmiges Enhancement |
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|
| Progressiv multifokale Leukenzephalopathie (PML) | Selten | < 100/µl, gelegentlich auch höher | Häufig solitär (50%) | Subcortical weisse Substanz, Cerebellum, Hirnstamm | Ca. 25% mit Enhancement (insbesondere bei IRIS) |
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|
| Lymphom des ZNS | Häufig | < 100/µl | Häufig solitär (50%) | Periventrikulär, frontal, Cerebellum, temporal | Häufig, heterogenes Enhancement |
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| CMV-Infektion | Nein | < 50/µl | - | Periventrikulär | Enhancement |
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| Zerebrale Kryptokokkose | Kommunizierender Hydrocephalus durch erhöhten intrakranialer Druck | < 100/µl, (selten < 200/µl) | Häufig multiple Läsionen (Kryptokokkome) | Basalganglien | Leptomeningeales Enhancement, insbesondere bei IRIS |
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| HSV-Infektion | Minimal | Variabel | - | Temporallappen | Häufig Enhancement |
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| Tuberkulose des ZNS | Hydrocephalus möglich | Variabel | Tuberkulome treten häufig multiple auf | TB- Meningitis: Infratentoriell mit Basalganglien-/Corticalinfarkten | 50% basales Enhancement |
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| Hirnabszess | Möglich | Variabel | Sowohl solitär als auch multiple Läsionen z.B. im Rahmen einer Endokarditis möglich | Supratentoriell, insb. im Frontal- und Parietallappen, subkortikal | T1-Sequenz mit KM: ringförmiges Enhancement |
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bei begleitender Meningitis
|
- ↑ Shaunak S, Schell WA, Perfect JR. Cryptococcal meningitis with normal cerebrospinal fluid. J Infect Dis. 1989;160(5):912.
- ↑ Ford N, Shubber Z, Jarvis JN, et al. CD4 Cell Count Threshold for Cryptococcal Antigen Screening of HIV-Infected Individuals: A Systematic Review and Meta-analysis. Clin Infect Dis. 2018;66(suppl_2):S152-S159.
- ↑ Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.
- ↑ Chen J, Zhang R, Shen Y, et al. Serum cryptococcal antigen titre as a diagnostic tool and a predictor of mortality in HIV-infected patients with cryptococcal meningitis. HIV Med. 2019;20(1):69-73.
- ↑ Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.
- ↑ Tan IL, Smith BR, von Geldern G, Mateen FJ, McArthur JC. HIV-associated opportunistic infections of the CNS. Lancet Neurol. 2012;11(7):605-617.