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DGI:Opportunistische Infektionen/CMV/Klinisches Bild: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
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=== <span class="toctext">2.1 [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Leitsymptome|<span style="color: #0060DF">Leitsymptome</span>]]</span> ===
{{DGI:CMV/Klinisches Bild/Leitsymptome}}
<span class="toctext">-meist klinisch inapparent bei Immunkompetenz bis unspeziische </span>grippeartigen Symptomen (Fatigue, Fieber, Husten)
{{DGI:CMV/Klinisches Bild/Klinische_Situationen}}
 
{{DGI:CMV/Klinisches Bild/Epidemiologie}}
-Lymphadenopathie
{{DGI:CMV/Klinisches Bild/Prognose}}
 
<span class="toctext">-apparent bei Immunsuppression mit differenten Beschwerdebild in Abhängigkeit des betroffenen Organs > Retinits bis Blindheit, Hepatitis, respiratorisches Versagen bei fulminanter interstitieller Pneumonie</span>
 
<span class="toctext">-kongenitale Infektionen mit Frühgeburtlichkeit, Hydrozephalis, zerebrale Verkalkungen, Entwicklungsverzögerung und neurologischen Spätschäden</span>
 
=== <span class="toctext">2.2 [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Klinische%20Situationen|<span style="color: #0060DF">Klinische Situationen</span>]]</span> ===
'''Cytomegalievirus-Erkrankung (CMV)'''
 
<span class="tocnumber">2.2.1</span> [https://abbuch.uk-koeln.de/index.php/Therapie_der_HIV-Infektion <span style="color: black">HIV-Infektion</span>] (CD4 Zellzahl < 50/µl)
 
<span style="mso-tab-count:2">                       </span>'''Lokalisation''': Netzhaut (<span class="api">Cotton-Wool-Herde</span>, Blutungen), Gastrointestinal-
 
Trakt, ZNS
 
<span class="tocnumber">2.2.2</span> allogene Stammzelltransplantation, Organtransplantation
 
<span style="mso-tab-count:1">          </span>'''Lokalisation''': Lunge, Gastrointestinal-Trakt, Knochenmark u.a.
 
<span class="tocnumber">2.2.3</span> konnatal erworben, symptomatisch
 
=== <span class="toctext">2.3 [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Epidemiologie|<span style="color: #0060DF">Epidemiologie</span>]]</span> ===
CMV ist weltweit verbreitet und gilt als häufigster viraler Erreger einer kongenitalen Infektion. Die Seroprävalenz ist vom Alter und sozioökonomischen Faktoren der untersuchten Population abhängig.
 
In Europa ca. 50% latente Infektionen in der Bevölkerung.
 
Infektion diaplanzentar, postnatal durch Schmier- und Tröpfcheninfektion, Muttermilch, sexuell, Bluttransfusionen und Organtransplantation
 
=== [[Handbuch:Erkrankungskapitel Vorlage#Prognose|<span class="toctext"><span style="color: #0060DF">2.4 Prognose</span></span>]] ===
<span class="toctext">- '''''Häufig asymptomatische Reaktivierung'''''</span>
 
<span class="toctext">-bei '''''Immunsuppression und Disseminierung >60% Mortalität'''''</span>
-Seropositive Patienten nach Transplantation > Risiko von 42 – 69% für das Auftreten einer CMV- Infektion im 1 – 3 Monate nach der Transplantation. häufigste Manifestation Pneumonie. Weitere Manifestationen sind Hepatitis, Enterocolitis, Retinitis, Encephalitis oder Myelosuppression.<br />

Version vom 25. Oktober 2021, 14:24 Uhr

Klinisches Bild

Das klinische Spektrum reicht von asymptomatischer CMV-Virämie über das CMV-Syndrom bis zur gewebsinvasiven Endorganerkrankung. Ein Anfangsverdacht entsteht insbesondere bei passender Immunsuppression und organbezogenen Symptomen.

  • Retinitis: schmerzlose Visusminderung, Gesichtsfeldausfälle, „Rußregen“/Mouches volantes oder Photopsien; funduskopisch weißlich-gelbe Nekrosen mit Blutungen.
  • Ösophagitis/Kolitis: retrosternale Schmerzen, Odynophagie, Fieber, Diarrhö, abdominelle Krämpfe, Gewichtsverlust sowie Ulzera oder Blutungen.
  • Pneumonitis: Dyspnoe, trockener Husten, Hypoxämie und diffus-interstitielle Infiltrate, besonders nach allogener Stammzelltransplantation.
  • ZNS-Beteiligung: Enzephalitis, Ventrikulitis oder Polyradikulomyelitis; Diagnosesicherung über CMV-DNA im Liquor.
  • Weitere Manifestationen: Hepatitis, Adrenalitis und selten Myokarditis.

Für die praktische Einordnung sind drei Risikokonstellationen zentral:

  • HIV/AIDS: Endorganerkrankungen treten nahezu ausschließlich bei CD4-Zellzahlen < 100/µl und überwiegend < 50/µl auf; die Retinitis ist die häufigste Endorganmanifestation und AIDS-definierend.
  • Solide Organtransplantation: höchstes Risiko bei seronegativem Empfänger und seropositivem Spender (D+/R−); möglich sind CMV-Syndrom, gewebsinvasive Erkrankung sowie Transplantatkomplikationen.
  • Allogene Stammzelltransplantation: CMV-Reaktivierung ist häufig; ohne Prophylaxe oder präemptive Therapie droht insbesondere eine gewebsinvasive Erkrankung, klassisch die CMV-Pneumonitis.


Abb. 1: CD4-abhängiges Risiko der CMV-Endorganerkrankung bei HIV.

Die CMV-Seroprävalenz ist alters- und sozioökonomisch abhängig und liegt bei Erwachsenen in Mitteleuropa etwa bei 45–60 %. Bei intakter Immunität verläuft die Infektion meist asymptomatisch. Klinische Relevanz entsteht vor allem bei zellulärer Immundefizienz, nach Transplantation oder unter intensiver Immunsuppression. Die Prognose hängt wesentlich von Organmanifestation, Immunsuppression, Geschwindigkeit der Diagnosestellung, antiviraler Wirksamkeit und Immunrekonstitution ab. Unbehandelte Retinitis kann zur Erblindung führen; ZNS-Beteiligungen und Pneumonitis sind prognostisch ernst. Unter konsequenter ART ist die Inzidenz von CMV-Endorganerkrankungen bei HIV deutlich gesunken.