DGI:Opportunistische Infektionen/HSV/Diagnostik: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „== Diagnose == Primär handelt es sich bei der mukokutanen Form um eine klinische Beurteilung im Sinne einer „'''Blickdiagnose'''“.“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
== Diagnose == | == Diagnose == | ||
Primär handelt es sich bei der mukokutanen Form um eine klinische Beurteilung im Sinne einer „'''Blickdiagnose'''“. | Primär handelt es sich bei der mukokutanen Form um eine klinische Beurteilung im Sinne einer „'''Blickdiagnose'''“. | ||
{{DGI:HSV/Klinisches Bild/Diagnostik/Diagnosekriterien}} | |||
{{DGI:HSV/Klinisches Bild/Diagnostik/Diagnostische Schritte}} | |||
{{DGI:HSV/Klinisches Bild/Diagnostik/Differentialdiagnosen}} | |||
Version vom 25. Oktober 2021, 15:31 Uhr
Diagnose
Primär handelt es sich bei der mukokutanen Form um eine klinische Beurteilung im Sinne einer „Blickdiagnose“.
| A) Lippen, Genitale, Auge | B) ZNS | C) Herpes-Disseminierung | D) Weitere Manifestationen: |
|---|---|---|---|
| PCR aus Abstrich oder Abstrich
der mukokutanen Läsion. |
PCR aus Liquor und MRT
Ein Negativbefund ist kein Ausschluss einer HSV-Enzephalitis bzw. Meningitis. Ein CT des Schädel ist aufgrund der fehlenden sicheren Beurteilung nicht geeignet für die Fragestellung einer viralen Meningoencephalitis. |
PCR aus BAL bzw. Biopsie | PCR aus Biopsie v. a. bei der Ösophagitis |
Bei typischem klinischem Bild ist eine spezifische Diagnostik nur in ausgewählten Fällen erforderlich.
Zu Bedenken sind atypische Krankheitsbilder bei Patient:innen mit Immundefizienz.
Eine spezifische Diagnostik sollte stets bei ZNS-Erkrankungen, Pneumonie, Infektionen während der Schwangerschaft und des Neugeborenen erfolgen.
Ein Tzanck-Test ist eine mikroskopische Untersuchung nach Entnahme von Gewebematerial vom Blasengrund der Hauteffloreszenz und Färbung (z.B. nach Giemsa). Darstellbar ist der zytopathische Effekt anhand von Riesenzellen und intranuklären Einschlusskörperchen. Die Test Sensitivität ist gering und eine Differenzierung zu einer VZV- Infektionen nicht möglich und wird daher mittlerweile selten verwandt.
Ein direkter Erregernachweis mittels PCR stellt den Goldstandard dar, alternativ ist der Nachweis kulturell möglich. Der Nachteil ist der assoziierte Zeitaufwand mit durchschnittlich 24-48 h. Die Kulturanlage ist indiziert bei Resistenzverdacht und Testung der Empfindlichkeit gegenüber antiviralen Medikamanten.
Bei anhaltendem Verdacht insbesondere auf eine Herpesenzephalitis sollte auch bei initial negativer PCR eine erneute Punktion evaluiert werden aufgrund des vital bedrohlichen Krankheitsbildes.
Ein Antigennachweis ist durch ELISA oder direkte Immunfluoreszenz mit hoher Sensitivität möglich.
Eine Serologie ist nur bei Differenzierung einer Primär- versus Sekundärinfektion sinnvoll in der Schwangerschaft bzw. bei einer Transplantation und aus epidemiologischen Erwägungen. Eine ausbleibende Serokonversion bei bestehender Immunsuppression schließt eine Infektion nicht aus.
Die Resistenztestung sollte bei unzureichendem Therapieansprechen eingeleitet werden. Gehäuft treten relevante Resistenzen bei Immunsupprimierten auf und bei HSV-2 Stämmen.
Die Bildgebung sollte in Abhängigkeit der Klinik eingeleitet werden:
- Cerebrale Infektion: MRT mit Kontrastmittel, Funduskopie
- Pulmonal: CT und ggf. Bronchoskopie
- Endoskopie: Bei Ösophagitis
- Herpes zoster / Gürtelrose
- Lues
- Andere blasenbildende Erkrankung z. B. Pemphigus / Pemphigoid