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DGI:Opportunistische Infektionen/Zerebrale Toxoplasmose/Therapie

Aus Infektiopedia
Version vom 28. September 2021, 16:49 Uhr von Brinkery (Diskussion | Beiträge) (Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „==Therapie== Die Therapie greift den Stoffwechsel der Tachyzoiten an und ist gegen bradyzoitenhaltige Gewebezysten kaum wirksam. Th…“)

Therapie

Die Therapie greift den Stoffwechsel der Tachyzoiten an und ist gegen bradyzoitenhaltige Gewebezysten kaum wirksam.

Therapieindikationen bestehen bei aktiver Infektion/Reaktivierung des Immunsupprimierten, okulärer Toxoplasmose, Erstinfektion in der Schwangerschaft und konnataler Infektion. Eine unkomplizierte Erstinfektion bei nicht-schwangeren und immunkompetenten Menschen bedarf regelhaft keiner Therapie.

Kalkulierte Therapie

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
HIV-Infektion (CD4 Zellzahl < 100/µl) ohne effektive Prophylaxe, allogene Stammzell- und Organtransplantation Wenn  Serologie, MRT, CT mit Kontrastmittel (Liquor- PCR), Histologie :

Therapie der 1. Wahl

Pyrimethamin dann Pyrimethamin 1 x 200 mg p.o.

< 60 kg 1 x 50 mg p.o.

≥ 60 kg 1 x 75 mg p.o.

Therapie in angegebener Dosis für ca. 6 Wochen
  • Blutbildkontrollen aufgrund des Risikos der Myelosuppression;
  • Cave: Bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung; Sulfadiazin bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung kontraindiziert;Kristallurie mit akutem Nierenversagen möglich
Im Anschluss an Therapie in voller Dosis Erhaltungstherapie in halber Dosierung für mind. 3 Monate (in Abhängigkeit von Bildgebung und CD4+ Zellzahl)
+ Calciumfolinat 1 x 15 mg p.o.
+ Sulfadiazin 4 x 1 - 1,5 g p.o.
Wenn  Liquorprotein > 1 g/dl oder Chorioretinitis: Therapie der 1. Wahl s.o. + Prednison 2 x 500 µg/kg p.o.
Allergie/Unverträglichkeit Clindamycin oder Atovaquon 2 x 1,2 g p.o./i.v.

2 x 1,5 g p.o.

  • Blutbildkontrollen aufgrund des Risikos der Myelosuppression;
  • Vorsicht bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung
Mit einer Mahlzeit jeweils + Pyrimethamin 1 x 200 mg p.o.
Dann Pyrimethamin < 60 kg 1 x 50 mg p.o.

≥ 60 kg 1 x 75 mg p.o.

+ Calciumfolinat 1 x 15 mg p.o.
Konnatal erworben, symptomatisch Pyrimethamin 1 x 1 mg/kgKG p.o.
  • Spiegelbestimmung, v.a. bei Hinweis auf Myelosuppression
  • Cave: Bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung Sulfadiazin bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung kontraindiziert; Kristallurie mit akutem Nierenversagen möglich
Bei asymptomatischen Neugeborenen (nur Labornachweis der Infektion), ggf. Kurzzeittherapie über 3-6 Monate erwägen
+ Sulfadiazin 100 mg /kgKG p.o. 2 ED
+ Calciumfolinat 10 mg/Woche p.o. 2 ED Für 12 Monate

Bei Erstinfektion in der Schwangerschaft erfolgt eine materno-fetale Therapie. Vor der 16. Schwangerschaftswoche dürfen Folsäureantagonisten nicht eingesetzt werden, so dass hier eine Behandlung mit Spiramycin (3 g = 9 MIU/Tag) erfolgt. Ab der 16. Schwangerschaftswoche erfolgt die Behandlung mit Pyrimethamin (50 mg an Tag 1, dann 25 mg/Tag), Sulfadiazin (50 mg/kg KG/Tag) und Folinsäure (10-15 mg/Tag; nicht Folsäure!) für mindestens 4 Wochen. Bei sonographischen Hinweisen auf eine Infektion des Feten sollte die Behandlung bis zum Ende der Schwangerschaft fortgeführt werden.

Erregerspezifische Therapie

siehe 4 .1.