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DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Spondylodiszitis/Erreger

Aus Infektiopedia
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Erreger

Der weitaus häufigste Erreger ist hierbei je nach Patientenkollektiv Staphylococcus aureus (1/3 bis zu 80 % aller Infektionen) AWMF, IDSA, ESCMID, Mylona 2009, Lestin, gefolgt von Streptokokken und Enterobakterien, gelegentlich auch Pseudomonaden.

Der MRSA-Anteil bei nicht-Risiko-Patienten in Deutschland liegt unter 10 % (2019: 6,7 %). ECDC 2019

Bei Übertragung per continuitatem werden häufiger Mischinfektionen gefunden (z.B. bei Gefäßprotheseninfektionen).

Zusätzlich sind Koagulase-negative Staphylokokken (KNS) und Cutibacterium spp. als Bestandteil der typischen Hautflora häufige Erreger der Fremdmaterial-assoziierten Spondylodiszitis (direkt Implantat-assoziiert oder durch hämatogene Übertragung von entferntem Fremdmaterial wie z.B. Port-System, ZVK). Cave: nur bei mehrfachem Nachweis beweisend, sonst Kontamination wahrscheinlich.

Selten kommt, insbesondere bei immunsupprimierten Patienten oder langem Intensivaufenthalt, eine Pilz-bedingte Spondylodiszitis vor (meist Candida spp.). Je nach Endemiegebiet kommen auch sogenannte spezifische Wirbelsäuleninfektionen durch Mykobakterien oder Bruzellen in Frage. Auch HIV-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Mykobakteriosen.