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DGI:Opportunistische Infektionen/HSV/Therapie

Aus Infektiopedia

Kalkulierte Therapie

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
HIV-Infektion, Chemotherapie bei hämato-onkologischer Erkrankung, allogene Stammzell-, Organtransplantation, Mangelernährung, ausgedehntes Ekzem, Verbrennungen Wenn A):

Therapie der 1. Wahl

Aciclovir

Brivudin

5 x 400 mg p.o.

oder

3 x 5 mg/kg i.v.

1x 125 mg p.o.

5 Tage,

Bis 14 Tage bei HIV Positivität bzw.

5-7 Tage bei

Immun-suppression


Anpassung an Nierenfunktion ab Creatinin Clearance <50ml/min  
Wenn A):

Allergie/

Unverträglichkeit

Famciclovir 3 x 250 mg p.o. 7 Tage Wenn Aciclovir-Resistenz: Foscarnet

2 x 90 mg/kg i.v.

2 - 3 Wochen

oder

Valaciclovir

2 x 500 mg p.o. 5 - 10 Tage
Wenn B), C) und D)

Therapie der 1. Wahl

Aciclovir 3 x 10 mg/kg i.v. 2 - 3 Wochen

Die antivirale Erstlinien Therapie ist mit Aciclovir, alternativ Valaciclovir oder Famciclovir. Eine Heilung ist nicht möglich aufgrund der Herpesviruspersistenz im Ganglion. Die Therapie sorgt für eine Minderung der Herpesreplikation, daher ist eine frühe Behandlung sinnvoll und kann akute Krankheitsverläufe verbessern und zu einer Verminderung der Rezidivhäufigkeit führen.

Eine bakterielle Superinfektionen ist durch eine additive topische Therapie mit (z. B. Mupirocin oder Neomycin-Bacitracin) möglich. Bei schweren Verläufen sollte eine systemische antiinfektive Therapie z. B. mit Beta-Lactam-Antibiotika erwogen werden.

Analgetika können zur Symptomlinderung z. B. topisch Lokalanästhetika (Benzocain) beitragen.

Die Alternativen bei Aciclovir resistenten Stämmen ist Foscavir oder Cidofovir.

Die Besonderheit einer Foscarnet Therapie ist die Begleitmedikation: Bestehend aus einer intensiven Hydratation mindestens 2,5 Liter/d, vor Infusion 1 Amp. 10% Kalzium Lösung in 100 ml 5% -iger Glukose Lösung und vor und nach Foscavir Gabe 500-1000 ml G5% Infusion.

  • Herpes labialis: Topisch: Aciclovir, bei gehäuften Rezidiven > Penciclovirsalbe 1% alle 2 h über 4 Tage ggf. additiv Famciclovir 1500 mg Einmaldosis oder Valaciclovir 2 g p.o. alle 12 h für 1 Tag, Docosanolsalbe 10% 5-mal/Tag in der Frühphase um den Verlauf zu verkürzen.
  • Herpes-Nagelbettentzündung selbstlimitierend über bis zu 3 Wochen, bei Immunsuppression ggf. systemisch Aciclovir, topisch kein Ansprechen zu erwarten.
  • Herpes simplex-Keratitis: Topische Virustatika und Vorstellung Ophthalmologie, kein Glucocorticoid!
  • Neonatale Herpes simplex-Infektion: Aciclovir 20 mg/kg i.v. alle 8 h über 14–21 Tage bei ZNS-Beteiligung oder Disseminierung Therapiedauer mindestens 21 Tage.
  • Herpes-Enzephalitis bzw. Meningitis: Aciclovir 10 mg/kg i.v. alle 8 h über 14–21 Tage, intensivmedizinische Komplextherapie häufig notwendig, Wirksamkeit von Kortikoiden als begleitende Therapie ist nicht erwiesen.

CAVE: Bei Verdacht einer zerebralen Herpes Infektion ist ein direkter Beginn einer antiviralen Therapie ohne Verzögerung unabdingbar. Die Diagnostik sollte nicht abgewartet werden.