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DGI:Postexpositionsprophylaxe/HIV/Klinisches Bild/Klinische Situationen

Aus Infektiopedia
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Indikationen zur HIV-PEP bei sexueller Exposition
Sexuelle Exposition
Kontext Expositionsereignis PEP-Indikation
Bei infizierter Person mit bekanntem positiven HIV-Status. Ungeschützter insertiver oder rezeptiver vaginaler oder analer Geschlechtsverkehr (z. B. infolge eines geplatzten Kondoms) Transmissionsrisiko in erster Linie vom Behandlungsstatus bzw. der Viruslast bei der behandelten Person abhängig. PEP empfehlen

- wenn Indexperson unbehandelt bzw. VL > 1000 Kopien/ml - wenn Behandlungsstatus nicht eruierbar

& Abklären ob eine HIV-PrEP-Beratung sinnvoll ist und gewünscht wird.

PEP anbieten

wenn VL der Indexperson 50-1000 Kopien/ml & Abklären ob eine HIV-PrEP-Beratung sinnvoll ist und gewünscht wird.

PEP anbieten

wenn VL der Indexperson 50-1000 Kopien/ml & Abklären ob eine HIV-PrEP-Beratung sinnvoll ist und gewünscht wird.

Bei unbekanntem HIV-Status des Partners/der Partnerin Ungeschützter Analverkehr zwischen Männern Bei homosexuellem Analverkehr zwischen Männern liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass beim Partner eine undiagnostizierte oder unbehandelte HIV-Infektion vorliegt, in Deutschland zwischen ca. 1% und 3% (altersabhängig). In Großstädten und Szene-typischen Settings ist mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten zu rechnen. Wenn ungeschützter Analverkehr wiederholt erfolgt (Anamnese!), sollte zusätzlich eine Präventionsberatung und eine Beratung zur HIV-PrEP empfohlen werden PEP anbieten
Ungeschützter heterosexueller Vaginal- oder Analverkehr mit Statistische Expositionswahrscheinlichkeit  in einem Bereich ~ 1:100).
  • aktiv intravenös Drogen konsumierendem Partner/in
  • mit bisexuellem Partner
  • mit Partner/in aus HIV-Hochprävalenzregion (v. a. Subsahara-Afrika)
PEP anbieten; Eine Beratung zur HIV-PrEP empfehlen.
Ungeschützter heterosexueller Vaginal- oder Analverkehr

bei Vergewaltigung Statistische Expositionswahrscheinlichkeit sehr gering <= 1:10.000)

Keine Einigkeit bezüglich PEP-Indikation
Ungeschützter heterosexueller Vaginal- oder Analverkehr (auch mit Sexarbeiter:in) Bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass beim Partner/bei der Partnerin eine undiagnostizierte oder unbehandelte HIV-Infektion vorliegt in Deutschland bei ca. 1:10.000 oder darunter.

Ggf. über die Möglichkeit einer HIV-PrEP aufklären.

Keine PEP-Indikation

Ggf. über die Möglichkeit einer HIV-PrEP aufklären.

Ungeschützter oraler Geschlechtsverkehr mit der Aufnahme von Sperma eines sicher oder wahrscheinlich HIV-infizierten Partners in den Mund Übertragungswahrscheinlichkeit selbst im Falle einer realen Exposition sehr gering Keine PEP-Indikation
Küssen / Kontakt von HIV mit Haut Keine PEP-Indikation