DGI:Opportunistische Infektionen/CMV/Diagnostik
Diagnostisch wird bei entsprechendem Verdacht ein serologisch oder virologischer Nachweis durchgeführt und in Abhängigkeit der Symptomatik und des Organbefalles eine weitergehemde spezifische Bildgebung z. B. Endoskopie, CT.
- Serologie: CMV-IgG und -IgM, Anti-IgG Avidität, Glykoprotein B
- Direktnachweis aus Biopsien, Blut, BAL, Urin oder Gewebe mittels PCR, im Blut auch pp65-Antigen-Nachweis mittels Immunfluoreszenz
- Histologie: Typische histologische Morphe infizierter Zellen mit vermehrtem Zytoplasma und Einschlusskörperchen (= Eulenaugenzellen)
- Funduskopie
- Bildgebung: CT, Sonographie
Diagnostisch muss zwischen CMV-Infektion/DNAämie und CMV-Endorganerkrankung unterschieden werden. Eine quantitative CMV-DNA-PCR aus EDTA-Plasma belegt eine Infektion beziehungsweise Virämie, beweist aber keinen Endorganbefall. Die Sicherung einer Endorganerkrankung erfolgt organbezogen, beispielsweise durch typische Funduskopie, Histologie beziehungsweise Immunhistochemie, CMV-DNA im Liquor oder BAL plus passendender Klinik.

| Methode | Material | Stellenwert/Aussage |
|---|---|---|
| Quantitative CMV-DNA-PCR (NAT) | EDTA-PLasma, ggf. Liquor oder BAL | Standard für Screening, Diagnosestütze und Verlauf; Ergebnis in IU/ml nach WHO-Standard; plasmabasierte Virämie ist nicht beweisend für Endorganbefall. |
| Funduskopie | Auge, klinisch | Funduskopie Auge, klinisch Diagnose der Retinitis durch erfahrene Ophthalmolog:innen anhand typischer Läsionen. |
| Endoskopie + Biopsie, HIstologie/IHC | GI-Schleimhaut, Gewebe | Beweis der gewebsinvasiven Erkrankung, z. B. „Eulenaugenzellen“ und Immunhistochemie. |
| CMV-DNA im Liquor/BAL | Liquor, BAL | CMV-DNA im Liquor / BAL Liquor, BAL Sicherung von ZNS-Befall beziehungsweise Pneumonitis im klinischen Kontext. |
| Resistenztestung, Genotyp UL97/UL54 | Plasma | Bei Therapieversagen oder unter Therapie ansteigender Viruslast. |
| CMV-Immunmonitoring, z.B. QuantiFERON-CMV, ELISpot | Vollblut | Optional zur Risikostratifizierung und Steuerung der Prophylaxe-Dauer. |
Die pp65-Antigenämie ist historisch bedeutsam, wird in der Routine aber weitgehend durch die quantitative NAT ersetzt. Differentialdiagnosen richten sich nach Organmanifestation und Immunsuppression. Klinisch relevante Alternativen sind unter anderem HIV-Retinitis anderer Ursache, Toxoplasmose, HSV- oder VZV-Infektionen, Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie, bakterielle oder mykotische Pneumonien, medikamentöse oder inflammatorische Kolitis sowie andere Ursachen von ZNS-Enzephalitis oder Polyradikulomyelitis.