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DGI:Blutstrominfektion/Hefepilze/Candida/Klinisches Bild/Klinische Situationen

Aus Infektiopedia
Candida albicans

C. albicans ist mit 50-70 % der Fälle die häufigste Ursache einer Candidämie in Deutschland, die Anzahl zeigt eine geographische Abhängigkeit[1]. Horizontale Transmissionen sind in Vergleich zu anderen Candida spp., mit Ausnahme von C. parapsilosis gehäuft beschrieben. Kausal relevant sind bei C. albicans auch Katheter-assoziierte Infektionen sowie ein intraabdomineller Fokus.


C. albicans
Diagnostik Blutkulturen
Anamnese Intensivpatient:innen, Katheter assoziierte Infektionen, Urinkatheter
Sonstiges, Fokussuche C. albicans ist assoziiert mit einer okulären Beteiligung. Eine okkuläre Beteiligung wird insgesamt bis zu 13% der Fälle nachgewiesen.
Therapie Echinocandin (Caspofungin: d1 70 mg 1x täglich i.v., ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d)
Oralisierung Wenn sensibel und Patient:in stabil: Wechsel auf Fluconazol nach 5-7 Tagen auf Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d)

Tabelle[2]

Candida glabrata und andere Non-albicans Spezies

Die Nachweishäufigkeit anderer Candida spp. als C. albicans als Erreger von Candidämien wird beeinflusst von geographischen Gegebenheiten und Patient:innen-bezogenen Risikofaktoren, insgesamt nimmt der Anteil zu[3]. Außerhalb von Nord-/Westeuropa und den USA sind Non-albicans-Spezies (NAC) inzwischen häufiger als eine C. albicans Infektion. Global gesehen ist die Häufigkeitsverteilung etwa: C. glabrata > C. parapsilosis > C. tropicalis > C. krusei. Deutlich seltener kommen C. guilliermondii, C. lusitaniae, C. kefyr, C. famata, C. inconspicua, C. rugosa, C. dubliniensis und C. norvegensis vor[4].

Bei Neonaten kommt C. parapsilosis zum Teil häufiger vor als C. albicans[4]. Bei beiden Spezies sind horizontale Transmissionen beschrieben.


C. glabrata C. parapsilosis C. tropicalis C. krusei
Diagnostik Positive Kultur häufig erst nach 3-5 Tagen s.o. s.o. s.o.
Allgemeine Anamnese Parenterale Infektion, Malignome, Intensivaufenthalte, Liegedauer zentraler Katheter, Abdominalchirurgie, höheres Alter, Corticoisteroidtherapie, Diabetes mellitus und vorhergehender Nachweis einer Candidurie.
Spezifische Anamnese Ältere Patient:innen, Pat. mit Azolprophylaxe Neonatologie/Pädiatrie, Fremdkörperinfektionen Malignome / Stammzelltransplantation in Vorgeschichte Schwere Immunsuppression, Pat. mit Azolprophylaxe
Intrinsische Resistenz - - - Fluconazol
Erhöhte MHKs erwartbar Fluconazol (ggf. Kreuzresistenz zur Azolgruppe)

Echinocandine

Echinocandine - Amphotericin B
Therapie Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d) Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: ab d1 70mg/d)

Plus

Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d)

Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d) Echinocandin (Caspofungin: d1 70mg, ab d2: 50mg, bei Gewicht > 80kg: 70mg/d)
Oralisierung Wenn Voriconazol sensibel: Voriconazol 2x/d 6mg/kg KG d1 > ab d2 2x 4mg/kg KG Wenn sensibel auf Fluconazol und Patient:in stabil, Wechsel nach 5-7 Tagen auf Fluconazol (d1 800mg/d, ab d2 400mg/d) Wenn Voriconazol sensibel: Voriconazol 2x/d 6mg/kg KG d1 > ab d2 2x 4mg/kg KG
Sonstiges Risikofaktoren für eine Echinocandinresistenz: Vorherige Echinocandin-Therapie, rezidivierende Candidämien, Organtransplantationen

Tabelle[5][6][7][4]

  1. ↑ Basetti M et al 2019
  2. ↑ Pappas, Peter G. et al 2016, Ruhnke M. 2014
  3. ↑ Zhang W. et al 2019
  4. ↑ 4,0 4,1 4,2 Guineal J. 2014
  5. ↑ Antinori, S. et al 2016
  6. ↑ Sanguinetti M. et al 2015
  7. ↑ Ruhnke M. 2014