DGI:Abdominelle Infektionen/Diagnostik/Diagnostische Schritte

From Infektiopedia

Die klinische Untersuchung stellt eine conditio sine qua non dar. Darüber hinaus bedarf es laborchemischer und bildgebender Untersuchungen.

  • Laborchemisch sollten zur Abklärung einer systemischen Entzündungsreaktion CRP und PCT sowie ein Differentialblutbild untersucht werden. In der Abschätzung schwerer Krankheitsverläufe insbesondere bei akuter Verschlechterung des Patient:innen kann die Messung der plasmatischen IL-6-Konzentration auf Grund des schnelleren Ansprechens auf eine systemische Inflammation, besonders bei septischen Verläufen, hilfreich sein.
  • Die Bildgebung sollte entsprechend eskalierend mit einer orientierenden sonographischen Untersuchung des Abdomens beginnen. Im Fall einer schweren IAI mit Zeichen einer Sepsis sollte eine Bildgebung mittels Abdomen-CT (mit KM) erfolgen, ein Abdomen-CT kann den Fokus der intraabdominellen Infektion zumeist eingrenzen, wenn auch eine Peritonitis nicht direkt darstellbar ist.
Indikation zur Probeneinsendung

  Grundlage für eine rationale Antibiotikatherapie ist die adäquate Gewinnung von Probenmaterial.


  • Mikrobiologische Aufarbeitung nicht indiziert:
    • Unkomplizierte ambulant erworbene IAI (z.B. unkomplizierte Appendizitis) ->
  • Mikrobiologische Aufarbeitung unverzichtbar:
    • Komplizierte oder „Healthcare-associated“ IAI
    • Jede Re-Operation
Qualitätsanforderungen für Proben
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Repräsentativ für den infektiologischen Fokus
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Mind. 1-2 ml Peritonealflüssigkeit/Eiter und/oder Gewebe nativ
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Abstriche sind Flüssigkeits-und Gewebeproben deutlich unterlegen
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Parallel Abnahme von Blutkulturen (mind. 2 Paar)
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Möglichst kurze Transportzeiten
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Präzise Anforderung/ Materialbezeichnung
  • <bs:checklist type="check" checked="false" /> Keine Proben bei asymptomatischen Patient:innen
Nicht Kulturelle Diagnostik von Candida spp.

Die diagnostische Wertigkeit nicht kultureller Nachweisverfahren muss nach wie vor kritisch beurteilt werden. Die Sensitivität und Spezifität ist häufig unzureichend um auf Grundlage der Testergebnisse eine Therapie zu initiieren. Bei Verwendung des Nachweises von zirkulierendem (1,3-)-β-D-Glucan muss bzgl. der Interpretation eines positiven Testergebnisses berücksichtigt werden, dass es zu positiven Befunden auch bei Aspergillus- und Pneumocystis-Infektionen, bei der Gabe von Antibiotika oder von Blutprodukten oder Immunglobulinen kommen kann[1].

  1. Cuenca-Estrella M, Verweij PE, Arendrup MC, et al. ESCMID* guideline for the diagnosis and management of Candida diseases 2012: diagnostic procedures. Clin Microbiol Infect. 2012;18 Suppl 7:9-18. doi:10.1111/1469-0691.12038