DGI:Bakterielle Sialadenitis
Bei der bakteriellen Sialadenitis handelt es sich meist um eine Folge einer aszendierenden Infektion des Mundraums und Hyposalivation. Am häufigsten ist die Glandula parotis betroffen.
Klinisches Bild
Leitsymptome
- Starke schmerzhafte Schwellung meist einer Glandula parotis
- Geröteter Ausführungsgang, aus dem sich Eiter entleeren kann
- Fieber
Epidemiologie
Betroffen sind gehäuft
- Kachektische Intensivpatient:innen unter parenteraler Ernährung
- Frühgeborene Menschen
- Sialithiasis
- Immunschwäche
Prognose
Die Prognose ist gut
Diagnostik
Diagnostische Schritte
- Klinische Untersuchung
- Gegebenenfalls Sonographie
- Abstrich nach Eiterentleerung am Ausführungsgang
Differentialdiagnose
- Neben bakteriellen kommen auch virale Erreger in Frage, wie
- Mumpsviren (Paramyxoviridae)
- Coxsackie-, Ebstein-Barr-, Zytomegalie-, Parainfluenzae-Virus
- Komplikation einer Sialolithiasis
- Sialadenitis nach Bestrahlung
- Paraneoplastische Sialadenitis
- Sjögren-Syndrom
- Sarkoidose
Erreger
- Am häufigsten Staphylococcus aureus, aber auch
- Streptokokken
- Anaerobier wie Prevotella spp., Fusobacterium spp., Porphyromas spp., Peptostreptokokken
Therapie
Antibiotische Therapie:
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|
|
Bakterielle Sialadenitis |
1. Wahl | Ampicillin/Sulbactam | 3 x 2g i.v. | 5 - 7 d | - |
| Alternativ | Cefazolin | 3 x 1g i.v. | 5 - 7 d | - |
Zusätzliche Therapie:
- Anregung des Speichelflusses
Prophylaxe/Prävention
- Gute Mundhygiene
- Bei bekanntem Sjögren-Syndrom gute adäquate Behandlung
- Impfprophylaxe bei Kindern gegen Mumps gemäß STIKO