DGI:Blutstrominfektion/Gram-negative Bakterien/Pseudomonas aeruginosa/Abstract

From Infektiopedia

Pseudomonas aeruginosa gehört zu den „Nonfermentern“ und zeichnet sich durch eine intrinsische Resistenz gegenüber vielen Antibiotika aus. Eine Kenntnis über typische Risikofaktoren erlaubt, bei Patient:innen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für P. aeruginosa als verursachendes Agens die empirische Therapie so zu wählen, dass sie aus prinzipiell Pseudomonas-aktiven Substanzen besteht.

Risikofaktoren für eine P. aeruginosa-Infektion liegen vor bei beatmeten Patient:innen, Intensivpatient:innen, vorbekannter struktureller Lungenerkrankung (z.B. Bronchiektasen), Alter >65 Jahre, einer vorbekannten Kolonisierung mit P. aeruginosa und vorheriger Antibiotika-Therapie (innerhalb der letzten 3 Monate).

Eine kürzlich publizierte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse konnte folgende Risikofaktoren für eine P. aeruginosa Infektion identifizieren[1]:

  • Nosokomiale Infektion
  • Alter > 90 Jahre
  • Vorherige Antibiotika-Therapie
  • Liegende zentrale Katheter
  • Neutropenie
  • Liegender Harnwegskatheter
  • Septischer Schock bei Aufnahme

Ein erhöhtes Risiko für einen multiresistenten P. aeruginosa besteht nach einer weiteren Meta-Analyse bei vorheriger Carbapenem-Therapie, vorherigen Intensivstations-Aufenthalten und insbesondere auch einer dokumentierten Gabe von Fluorchinolonen in den vorherigen 3 Monaten[2].

  1. Rojas et al. 2019 Clin Microbiol Infect
  2. Raman et al. 2018 Antimicrob Resist Infect Control