DGI:Fieber unklarer Herkunft/Therapie
Therapie
Prognose
(C. Jacobi)
folgt
Therapie:
Auch wenn im medizinischen Alltag eine Therapie „ex juvantibus“ typischerweise mit Steroiden, durchaus gängige Praxis ist, sollte eine Diagnosesicherung immer das Ziel sein. Eine antipyretische Therapie sollte nur bei relevanter Beeinträchtigung des Patienten erfolgen. Hiervon ausgenommen, sind Patienten mit einem akuten neurologischen Krankheitsbild.
Antibiotika und Antituberkulostatika:
Antibiotika und Antituberkulostatika reduzieren die Ausbeute mikrobiologischer Kulturen sodass sie nicht empririsch gegeben werden sollten sollten.
Ausnahmen sind FUO-Patienten mit hämodynamischer Instabilität, Neutropenie sowie Patienten mit positivem Tuberkulin- oder Gamma-Interferon-Test. Sofern das Fieber nach sechswöchiger empirischer tuberkulostatischer Therapie nicht sinkt, erscheint eine Tuberkulose unwahrscheinlich und es sollte eine weitere differentialdignostische Abklärung erfolgen.
Colchicin:
Clochicin ist hilfreich bei familiärem Mittelmeerfieber, wobei ein fehlendes Ansprechen in der Akutphase möglich ist. Die Häufigkeit und Schwere der Fieberepisoden sollte sich unter Colchizin innerhalb von Wochen bis Monaten verbessern.
NSAR:
Eine supportive Therapie mit NSAR kann sinnvoll sein, wenn das Fieber persistiert und die Ursache trotz Zweitliniendiagnostik unbekannt ist. Insbesondere das adulte Still-Syndrom spricht sehr gut auf NSAR an.
Glukokortikoide:
Glukokortikoide sind z.B. effektiv bei Riesenzellarteriitis bzw. Polymyalgia rheumatica. Sie sollten jedoch nur verabreicht werden, wenn Infektionen und maligne Lymphome weitestgehend ausgeschlossen wurden.
Anakinra:
Anakinra, ein IL1-Rezeptorantagonist (IL-1-Ra) und blockiert die Aktivität von IL1 Es ist bei vielen autoinflammatorischen Syndromen effektiv, z.B. bei familiärem Mittelmeerfieber, CAPS, Hyper-IgD-Syndrom und Schnitzler-Syndrom. Ein Therapieversuch kann bei FUO-Patienten erwogen werden, wenn die Zweitliniendiagnostik keine Hinweise ergibt.