DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Dammriss

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Das unmittelbare Hauptsymptom stellen Schmerzen und Blutungen dar. In weiteren Verlauf kann es je nach Ausprägung des Dammrisses zu einer Dyspareunie, gestörtem Stuhldrang, Flatusinkontinenz und selten zu Inkontinenz für nicht festen oder auch festen Stuhl kommen.

Schweregrad Einteilung:
Grad Beschreibung
I Riss von Cutis und Subcutis ohne Beteiligung der Dammuskulatur
II Riss der Dammuskulatur ohne Beteiligung des M. sphincter ani externus
IIIa M. sphincter ani externus < 50% durchtrennt
IIIb M. sphincter ani externus > 50% durchtrennt
IIIc M. sphincter ani externus durchtrennt unter Beteiligung des M. sphincter ani internus
IV zusätzliche Beteiligung des Rektums

Die Diagnostik erfolgt durch Inspektion und Palpation durch den Geburtshelfer oder die Hebamme und muss nach jeder vaginalen Geburt erfolgen. Kann hierbei ein Dammriss Grad III oder IV nicht ausgeschlossen werden, soll gemäß der aktuellen Leitlinie die/der gynäkologische Oberarzt:in bzw. Facharzt:in hinzugezogen werden[1]. Erreger bei Wundheilungsstörungen von Geburtsverletzungen

Das Erregerspektrum setzt sich aus der Darm- und Vaginalflora zusammen Ein Dammriss III. und IV. Grades erfordert eine chirurgische Wundversorgung. Hierzu sollte eine perioperative Antibiotikaprophylaxe erfolgen.


Perioperative Antibiotika Prophylaxe
Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
Dammriss

Grad III/IV

perioperative Prophylaxe Cefuroxim 1,5g 1x - -


Für eine Fortsetzung der perioperativen Prophylaxe gibt es keine Evidenz. Eine Fortsetzung sollte nur unter kritischer Risikobewertung stattfinden. Gemäß der aktuellen Leitlinie kann in ausgewählten Fällen nach individueller Risikoabschätzung die Antibiotikaprophylaxe postoperativ fortgeführt werden. Dies sollte aber unter Antibiotic Stewardship Gesichtspunkten kritisch betrachtet werden. Neben den durch die Patientin nicht zu beeinflussende Risikofaktoren für einen höhergradigen Dammriss, wie beispielsweise ein geschätztes Geburtsgewicht > 4000g, kann das Risiko durch einige Maßnahmen gesenkt werden:

  • Warme Kompressen auf den Damm legen
  • Episiotomie
  • Antenatale/subpartale Damm-Massage
  1. Management of third and fourth degree perineal tears after vaginal birth. Guidelines of the DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015/079, December 2020). http://www.awmf.org/leitlinien//detail/II/015-079.html