DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Triple I

From Infektiopedia

Das klinische Bild ist geprägt durch ein Auffiebern der Patientin (siehe Tabelle Leitsymptome). Treten zudem entweder eine fetale Tachykardie, eine maternale Leukozytose oder ein purolenter Fluor auf, besteht der Verdacht auf ein Triple I. Gelingt der Nachweis einer Infektion im Fruchtwasser, der Plazenta, Eihäute oder der Nabelschnur, spricht man von einem bestätigten Triple I.

  • Maßgeblich ist die Klinik
  • Amniozentese (positive Gramfärbung, Glukosekonzentration < 14mg/dl, erhöhte Leukozytenzahl > 30/mm3,Interleukin-6-Bestimmung aus Fruchtwasser)
  • Postpartale Histopathologie

DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Triple I/Erreger Bei Verdacht oder bestätigtem Triple I ist die Entbindung unter subpartaler Antibiotika Therapie indiziert:


frühzeitiger vorzeitiger Blasensprung (PPROM)

Klinische Situation Präferenz Susbtanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
< 37. + 0 SSW Therapie der Wahl

zusätzlich

Azithromycin po

Ampicillin iv

1 g


2 g

1x


2 d


keine ß-Laktamase Hemmer

ab Tag 3 Amoxicillin 500 mg 5 d keine ß-Laktamase Hemmer


früher vorzeitiger Blasensprung (PPROM) bei bestätigter Penicillin Allergie

Klinische Situation Präferenz Susbtanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
< 37. + 0 SSW Therapie der Wahl

zusätzlich

Azithromycin po

Clindamycin iv

1 g


900 mg

1x


2 d

ab Tag 3 Clindamycin po 900 mg 5 d

vorzeitiger Blasensprung (PROM)

Klinische Situation Präferenz Susbtanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
< 37. + 0 SSW Therapie der Wahl Cefuroxim iv 1,5 g bis zur Geburt

vorzeitiger Blasensprung (PROM) bei gesicherter Penicillin Allergie

Klinische Situation Präferenz Susbtanz Dosierung Dauer Anpassungen Kommentar
< 37. + 0 SSW Therapie der Wahl Clindamycin iv 900 mg bis zur Geburt


Prävention / Prophylaxe

  • Sollte bei einer zurück liegenden Schwangerschaft bereits ein (früher) vorzeitiger Blasensprung erfolgt sein, sollten nachfolgende Schwangerschaften genau überwacht werden
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin