DGI:Gynäkologische Infektionen/Bartholinischer Pseudo Abszess
Klinisches Bild
Bei der Bartholinitis handelt es sich eine Entzündung der Glandula vestibularis major durch Darm-/Hautkeime. Als Komplikation kann es zu einem Verschluss des Ausführungsgangs und einem Pseudo-Abszess kommen.
Leitsymptome
- einseitige Rötung und Schwellung im kaudalen Labienanteil
- starke Schmerzen
- plötzlich eintretende Symptomatik mit rascher Progredienz
Epidemiologie
Am häufigsten sind Frauen im Alter von 19 bis 35 Jahren betroffen [1]
Prognose
Die Prognose ist bei entsprechender Behandlung gut.
Erreger
In der Regel handelt es sich um eine (Misch-)Infektion aus Darm- und/oder Hautbakterien. Hierzu zählen häufig:
- Anaerobier
- E. coli
- Gonokokken
- Streptokokken
- Staphylococcus aureus
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt klinisch. Zusätzlich sollte aus abfließendem Sekret nach Spontanruptur oder Inzision des Abszesses ein Abstrich erfolgen. Neben dem allgemeinen Nachweis von Erregern sollte zusätzlich auf Gonokokken untersucht werden.
Therapie
Die Therapie des Bartholinischen Pseud-Abszesses erfolgt operativ mittels Marsupialisation.
Zur Rezidivprophylaxe kann anschließend eine Antibiotikatherapie nötig sein.
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bartholinischer Pseudo-Abszess | Therapie der Wahl | Ampicillin iv | 3 x 2000 g | 7 Tage | ||
| zusätzlich | Metronidazol po | 2 x 500 mg | 7 Tage | |||
| Bei Gonokokken Nachweis | Ceftriaxon | 1 x 2 g | 7 Tage |
Prävention / Prophylaxe
- Ausreichende, jedoch nicht übertriebene Intimhygiene
- Wischrichtung nach Toilettengang von vorne nach hinten
- ↑ Neumann, Gerd. Gynäkologische Infektionen, 2010. https://doi.org/10.1007/978-3-642-05268-2.