DGI:Gynäkologische Infektionen/Endometritis
Klinisches Bild
Bei der Endometritis handelt es sich eine Infektion des Endometriums, die vor allem während der Menstruation oder nach operativen Eingriffen, wie z.B. auch die Insertion eines intra uterine device (IUD) auftritt,. Ursächlich hierfür ist in der Regel eine aszendierende Keimverschleppung bei unerkannter vaginaler / zervikaler Infektion. Eine weitere Form stellt die Endometritis puerperalis dar, wo es zu einer aufsteigenden Infektion während dem Geburtsvorgang oder im Wochenbett kommt.
Weitere mögliche Formen der Endometritis sind:
- Endometritis gonorrhoica
- Endometritis senilis
- Endometritis tuberculosae (heutzutage in Deutschland sehr selten)
- Endometritis post abortum
Leitsymptome
Im Vordergrund stehen die Hypermenorrhoe und Zwischenblutungen. Es kann bei akuten Verläufen aber auch zu Unterbauchschmerzen, druckdolentem Uterus und Fieber kommen. Klassische Symptome der Endometritis puerperalis (Kindbettfieber) sind Uteruskantenschmerz, Fieber und fötide Lochien.
Epidemiologie
Hauptsächlich sind Frauen zwischen 15 und 40 Jahren betroffen. In 1% bis 3% entsteht eine Endometritis nach vaginaler Geburt; nach Sectio caesarea liegt die Häufigkeit bei 5-15%.
Prognose
Die Prognose ist bei entsprechender Therapie gut. Bei Erregereinschluss im Cavum uteri bzw. gleichzeitiger Zervixstenose besteht die Gefahr einer Pyometra. Risikofaktoren für die Entstehung sind:
- Operative Eingriffe
- Abrasio bei Korpuskarzinom
- Okkludierendes Karzinom
- Immunschwäche
Diagnostik
- Klinische/gynäkologische Untersuchung
- Abstrich auf bakterielle Erreger (Gonokokken, A-Streptokokken, Chlamydien)
- Vaginale Sonographie
- Nativmikroskopie
Therapie
Kalkulierte Therapie
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Endometritis | Therapie der Wahl | Ceftriaxon iv | 1 x 2 g | 7 - 14 Tage | Oralisierung im Verlauf und nach Erregernachweis | |
| zusätzlich | Doxycyclin po | 2 x 100 mg | 7 - 14 Tage | Oralisierung im Verlauf und nach Erregernachweis | Alternative: Azithromycin 1g | |
| zusätzlich | Metronidazol iv/po | 1 x 500 mg | 7 - 14 Tage | Oralisierung im Verlauf und nach Erregernachweis |
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Endometritis | Therapie der Wahl | Levofloxacin iv | 2 x 500 g | 7 - 14 Tage | Oralisierung im Verlauf und nach Erregernachweis | |
| zusätzlich | Metronidazol iv/po | 2 x 500 mg | 7 - 14 Tage | Oralisierung im Verlauf und nach Erregernachweis |
Prävention / Prophylaxe
Vor gynäkologisch operativen Eingriffen sollte stets eine perioperative Antibiotikaprophylaxe erfolgen. Des Weiteren zählen sexuelle Aufklärung und Verwendung eines Kondoms zu effektiven Maßnahmen der Prävention. Als Prävention der Endometritis puerperalis soll im Wochenbett auf eine ausreichende Rückbildung des Uterus geachtet werden.