DGI:Herpes Zoster
Der Herpes Zoster (Synonym: Zoster, Gürtelrose) entsteht durch die Reaktivierung des Varicella- Zoster- Virus (VZV), das im Rahmen einer Primärinfektion im Kindesalter (in Form von Windpocken) erworben wird und in sensorischen Spinal- und Hirnnervenganglien persistiert. Dabei handelt sich um eines der häufigsten akuten Krankheitsbilder der Haut. Eine Reaktivierung kann durch Stress oder Immunschwäche ausgelöst werden und tritt typischerweise als schmerzhafte unilaterale und dermatom-bezogene Hautrötung mit Bläschen in Erscheinung. Der Blaseninhalt ist infektiös. Therapeutisch kommt eine individuell angepasste Therapie mit Analgetika und Virustatika in Frage. Besondere Situationen stellen der Befall der Kopf- Hals- Region (Zoster ophthalmicus, Zoster oticus) und die postzosterische Neuralgie dar. Seit Dezember 2018 wird die Impfung mit dem Zoster- Totimpfstoff von der STIKO als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahre empfohlen.
Klinisches Bild
- Prodromalstadium (häufig): unspezifische, variable Symptomatik mit reduziertem Allgemeinzustand, ggf. Fieber und neuropathischen Schmerzen
- Schmerzcharakter: brennend, einschießend
- Parästhesie, Allodynie
- Hautbefund: Dermatom-begrenztes, halbseitiges, umschriebenes Exanthem aus gruppiert stehenden Bläschen auf gerötetem Untergrund
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Nach uncharakteristischem Prodromalstadium mit brennenden und einschießenden Schmerzen Ausbildung unilateraler, Dermatom- bezogener teils klarer (zu Beginn), teils eingetrübter, teils konfluierender Bläschen. Mit freundlicher Genehmigung von: Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, LMU München
- Dermatome: thorakal (55 %), Trigeminusregion (20 %), zervikal (11 %), lumbal (13 %) und sakral (2 %).
- Sonderformen:
- Multisegmentaler oder bilateraler Befall
- Zoster sine herpete: Fehlen von Hautläsionen
- Zoster generalisatus: Generalisierter Befall
- Zoster ophthalmicus: Zoster des Auges mit Befall des N. ophthalmicus
- Zoster oticus: Zoster des Ohrs, ggf. mit Befall des N. vestibulocochlearis und/oder N. facialis
- Zoster mandibularis: mit Befall der oralen Schleimhäute und Zunge (Exemplarischer Befund im New England Journal of Medicine unter DOI: 10.1056/NEJMicm1513572)
- Sonderformen:
CAVE: Fehlinterpretation (lokalisationsabhängig) wie Herzinfarkt, Cholecystitis, akuter Rückenschmerz, Appendizitis, Zahnschmerzen, Glaukom etc. sind nicht selten DGI:Herpes Zoster/Diagnostik
Erreger
Varizella-Zoster-Virus (VZV) = Humanes Herpesvirus 3 (HHV-3)
Wird die Kontrolle der VZV-spezifischen Immunabwehr geschwächt, können die latent persistierenden VZV erneut aktiv replizieren. Beispielsweise durch:
- Defizienz der zellulären Immunität
- Maligne Grunderkrankung
- HIV-Infektionen
- Immunsuppressive Therapie
- Alterungsprozesse (Immunseneszenz)
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