DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Diabetischer Fuß/Diagnostik/Diagnostische Schritte
Bei Vorliegen einer DFI sollte Material für die Erregerdiagnostik gewonnen werden. Dabei sind Sensitivität und Spezifität der mikrobiologischen Untersuchung einer Gewebeprobe (nach Säubern und Debridement) höher als ein Wundabstrich. Wiederholte Kulturen bei Nichtansprechen auf Therapie können sinnvoll sein, allerdings können auch resistente Mikroorganismen nachgewiesen werden, die möglicherweise eher Kontamination als Pathogen sind.
Molekularbiologische Methoden sollten nicht zur primären Erregerdiagnostik angewendet werden.
Bei Verdacht auf Osteomyelitis sollte eine Kombination von Probe-to-Bone Test (Einführen einer sterilen Sonde in die Wunde: erfolgt Knochenkontakt, ist dies ein Hinweis auf Osteomyelitis; PPV 0,57; NPV 0,98), Entzündungsmarkern (CRP, Leukozyten) und Röntgenbild angewendet werden. Wenn die Diagnose der Osteomyelitis fraglich bleibt, ist eine weitere Bildgebung angezeigt, z.B. MRT. Bei Kontraindikationen für ein MRT kommen andere nuklearmedizinische Verfahren infrage, z.B. PET-CT oder Leukozyten-Szintigraphie. Sollte die Diagnose der Osteomyelitis weiterhin nicht sicher gestellt werden können oder eine Erregerdiagnostik zur Wahl des Antibiotikums notwendig sein, müssen Knochenbiopsien perkutan oder chirurgisch (nicht durch die Wunde) für Mikrobiologie und Pathologie gewonnen werden.
Folgende Befunde erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine diabetische Fußosteomyelitis handelt:
- Positiver “probe to bone” Test
- Chronische Ulzera trotz adäquater Wundbehandlung länger als 4 Wochen
- Große (>2cm) und tiefe (>3mm) Ulzera
- Stark geschwollene, gerötete Zehen