DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Hämatogene Osteomyelitis/Diagnostik/Diagnostische Schritte

From Infektiopedia
  • Anamnese und klinische Untersuchung
  • Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten mit Differentialblutbild). Das Fehlen von erhöhten Entzündungsparametern schließt eine Osteomyelitis nicht aus
  • Blutkulturen (mindestens 2, besser 3 Sets)
  • Sie werden in ca. 50% der Fälle positiv
  • Sind Blutkulturen positiv, kann evtl. auf eine Knochenbiopsie verzichtet werden


  • Bildgebung:
    • Symptome >2 Wochen: Versuch mit konventionellem Röntgen
    • Symptome <2 Wochen: CT, besser MRT (wenn schnell verfügbar)
    • PET-CT (z.B. zur Fokussuche bei hämatogener Osteomyelitis) oder Leukozytenszintigraphie (z.B. bei Fremdmaterial aus Metall)
  • Knochenbiopsie: CT-gesteuert oder offen; evtl. auch wiederholt
  • Zudem sollten bei jeglicher chirurgischer Intervention am lokalen Herd mehrere Gewebeproben zur mikrobiologischen Diagnostik entnommen werden
  • Kultur: Gram-Färbung und Kultur; Bakterien, im Verdachtsfall auch Mykobakterien und Pilze. Rückstellprobe für PCR
  • Histologie: Inflammation, Nekrose, chirurgische Wundränder
  • Biopsie idealerweise VOR antibiotischer Therapie
  • Andere mikrobiologische Proben (z.B. Abstriche, Weichgewebeproben oder Abstriche aus Fistelgängen) sollen nicht durchgeführt werden. Kulturelle Ergebnisse aus diesen Proben geben selten den Erreger der Osteomyelitis wieder.