DGI:Nosokomiale Pneumonie/Diagnostik/Differentialdiagnosen
Die Diagnose oder der Ausschluss einer HAP gelingt bei den meist komplex kranken Patient:in:innen und suboptimaler Bildgebung (häufig nur Röntgen im Liegen möglich) oft nicht eindeutig (Bei ca. 1/3 der Patient:in:innen keine eindeutigen Befunde.)
Cave: Therapierelevant ist bereits die Verdachtsdiagnose einer nosokomialen Pneumonie.
Differentialdiagnostisch sind alle mit Infiltraten imponierenden Veränderungen des Rö-Thorax bei gleichzeitig vorhandenen paraklinischen Inflammationskriterien als Pneumonie zu erwägen. Dies sind z. B.:
- Atelektase,
- Infarkt-Pneumonie,
- COPD und andere autoimmunologisch getriggerte Lungeninfiltrate,
- Adenokarzinom,
- Lungenstauung,
- Aspirations-Pneumonitis
- TRALI,
- Infektion mit anderem Fokus
Die mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen und Kulturen aus respiratorischem Material) verbessert die Sensitivität und Spezifität nicht, ist aber zur Optimierung der antiinfektiven Therapie erforderlich.
VAT - Ventilator-assoziierte Tracheobronchitis
Anders als die VAP ist die VAT keine invasive Infektion des Lungenparenchyms und damit in der Regel nicht akut lebensbedrohlich. Daher besteht keine Behandlungsindikation. Eine Ausnahme kann eine schwere Tracheobronchitis mit eindeutiger respiratorischer Verschlechterung sein.
Die Abgrenzung zur Pneumonie gelingt insb. mittels Ausschluss von:
- Lungeninfiltraten mittels multimodaler Bildgebung und
- ausgeprägter systemischer Inflammation/Sepsiszeichen mittels Labor und Klinik
CAVE: Eine VAT kann zur VAP voranschreiten. Die Differenzierung kann schwierig sein. Bei VAT muss engmaschig auf die Entstehung einer VAP reevaluiert werden.