DGI:Opportunistische Infektionen/VZV/Klinisches Bild/Leitsymptome

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Windpocken sind gekennzeichnet durch Prodromalsymptome wie Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, gefolgt von einem charakteristischen generalisierten vesikulären Ausschlag. Die Primärinfektion hat bei Kindern in der Regel einen milden Krankheitsverlauf, verursacht aber gelegentlich Komplikationen wie bakterielle Superinfektionen. Auch schwere neurologische Komplikationen können auftreten. Bei Erwachsenen und insbesondere bei immungeschwächten Personen kann die Primärinfektion sehr schwer mit hohem Fieber und viszeraler Beteiligung verlaufen.

Das Auftreten einer viralen Reaktivierung wird durch altersassoziierte Immunseneszenz, krankheitsbedingte Immunsuppression oder iatrogene Immunsuppression beeinflusst. Der Ausschlag bei Herpes zoster beginnt als erythematöse Papeln, später entwickeln sich vesikuläre Läsionen. Diese treten typischerweise unilateral in einem einzelnen thorakalen oder lumbalen Dermatom oder in mehreren zusammenhängenden Dermatomen auf, und werden oft von starken Schmerzen begleitet, die durch eine akute Neuritis verursacht werden. Die Dermatome von T3 bis L3 sind am häufigsten betroffen. Bei Befall von Hirnnerven kann es zum Zoster ophthalmicus oder Zoster oticus (Ramsey-Hunt-Syndrom) kommen.

Bei immungeschwächten Wirt:innen besteht ein erhöhtes Risiko für wiederholte Episoden von Herpes zoster und schwere VZV-bedingte Komplikationen. Herpes zoster kann kutan generalisieren oder sich mit atypischen, zum Teil hämorrhagischen Läsionen präsentieren. Eine viszerale Beteiligung kann auch ohne Hautmanifestationen auftreten. Infektionen in anderen Organen lösen unspezifische Symptome aus, sodass weitere Diagnostik erfolgen muss.

Die postherpetische Neuralgie ist eine schmerzhafte Langzeitkomplikation, für die zwischenzeitlich eine Immunisierung verfügbar ist.