DGI:Penicillinallergie/Anmerkungen der Redaktion
Penicillinallergie im Rahmen von ABS:
- Den ABS-Expert:innen und Infektiolog:innen kommen bei der Penicillinallergie eine wichtige Rolle beim Delabeling zu: mit jeder reevaluierten Allergie, die sich dann nicht als solche herausstellt, können die favorisierten Penicilline wieder vermehrt eingesetzt werden.
- Dies kann zu einer Reduktion der Verordnung kritischer Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine ,Fluorchinolone, Clindamycin und Vancomycin führen
- Auf lange Sicht kann dies eine Reduktion der MRE-Selektion sowie der C.difficile-Rate bewirken
Vorschläge für ABS-Projekte für Ihre Klinik:
- Patient:inneninformationsbogen entwickeln
- Lokale Schulungen von Ärzteschaft und Pflege über die Bedeutung der Penicillinallergie und Delabeling
- Anleitung zur strukturierten Anamnese und schriftlichen Dokumentation von Allergien bei allen Patient:innen
- Algorithmus (vgl. Diagnostische Schritte) zum therapiebezogenen Vorgehen erstellen
- Etablierung von Penicillinallergie-Testungen, idealerweise in Kooperation mit Allergologie
- Möglichst immer Effekt von Interventionen (Schulungen, Delabeling-Programme) messen (Prä-/post Intervention), zum Beispiel:
- Betalactam- und Reserveantibiotika-Verbrauch
- C. difficile Infektionen
- Patientenfeedback
- Post-operative Wundinfektionsrate