DGI:Knochen-, Gelenks- und Protheseninfektionen/Spondylodiszitis/Erreger

From Infektiopedia

Erreger

Der weitaus häufigste Erreger ist hierbei je nach Patientenkollektiv S. aureus (1/3 bis zu 80 % aller Infektionen) AWMF[25], IDSA[26], ESCMID[27], Mylona 2009[28], Lestin[29], gefolgt von Streptokokken und Enterobakterien sowie Enterokokken (fast immer Enterococcus faecalis), gelegentlich auch Pseudomonaden.

Der MRSA-Anteil bei Nicht-Risiko-Patienten in Deutschland liegt deutlich unter 10 % (2019: 6,7 %). ECDC 2019[30]

Bei Übertragung per continuitatem werden häufiger Mischinfektionen gefunden (z.B. bei Gefäßprotheseninfektionen).

Zusätzlich sind Koagulase-negative Staphylokokken (KNS) und Cutibacterium spp. als Bestandteil der typischen Hautflora häufige Erreger der Fremdmaterial-assoziierten Spondylodiszitis (direkt Implantat-assoziiert oder durch hämatogene Übertragung von entferntem Fremdmaterial wie z.B. Port-System, ZVK). Cave: nur bei mehrfachem Nachweis beweisend, sonst Kontamination wahrscheinlich.

Selten kommt, insbesondere bei immunsupprimierten Patienten oder langem Intensivaufenthalt, eine Pilz-bedingte Spondylodiszitis vor (meist Candida spp.). Je nach Endemiegebiet kommen auch sogenannte spezifische Wirbelsäuleninfektionen durch Mykobakterien oder Brucellen in Frage. Auch HIV-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Mykobakteriosen.