DGI:Nosokomiale Pneumonie/Erreger
Erreger
Nachfolgend werden die wichtigsten Erreger nosokomialer Pneumonien und ihre wichtigsten Resistenzmechanismen tabellarisch dargestellt:
| Keimspektrum der HAP/VAP*)[A1] | |||
|---|---|---|---|
| Keim | Art der Pneumonie | Besonderheiten | Resistenzsituation in Deutschland |
| Streptococcus pneumoniae | Early-onset Pneumonie | Keine antibiotsche Vorbehandlung | • < 1% der Stämme resistent gegenüber Penicillinen
• < 1% gegenüber Drittgenerations-Cephalosporinen • 8-10% Resistenzraten gegenüber Erythromycin und anderen Makrolidantibiotika |
| Haemophilus influenzae | Early-onset Pneumonie, VAP | Keine antibiotische Vorbehandlung | 10-15% resistent gegenüber Amino- und Ureidopenicillinen |
| Methicillin-empfindlicher Staphylococcus aureus (MSSA) | Early-onset Pneumonie
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Häufigster oder zweithäufigster Erreger der HAP | Resistenzraten gegenüber Penicillinase-festen Betalaktamantibiotika, Makrolide, Clindamycin und Fluorchinolone unter 10% |
| Methicillin-resistenter
Staphylococcus aureus (MRSA) |
Early-onset Pneumonie
Pneumonie |
Zunehmende Häufigkeit mit Krankenhaus-verweildauer | • 100% empfindlich für Vancomycin, Teicoplanin und Linezolid
• Daptomycinund Tigecyclin nicht zugelassen • Resistenzraten gegenüber Fosfomycin, Fusidinsäure, Co-Trimoxazol, Rifampicin unter 5% |
| Pseudomonas aeruginosa | Early-onset Pneumonie
Pneumonie |
Häufigster oder zweithäufigster Erreger der HAP
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Intrinsische Resistenz gegenüber Ampicillin, Co-Trimoxazol Drittgenerations-Cephalosporinen der Cefotaximgruppe.
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| Enterobacteriaceae
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Early-onset Pneumonie
Pneumonie |
Unter den zehn häufigsten Erregern der HAP
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• Resistenzzunahme insb. gegenüber Fluorchinolonen (überwiegend bei E. coli, vermehrt auch bei Klebsiella spp.)
• Resistenzen gegenüber Cephalosporinen der Cefotaximgruppe und Betalaktam-Betalaktamase-Inhibitorkombinationen • In Deutschland ca. 10-15% ESBL-bildendende E. coli und K. pneumoniae Stämme, oft mit gleichzeitiger Resistenz gegenüber Fluorchinolonen und Aminoglykosiden • In der Enterobacter-Serratia-Citrobacter Gruppe häufig Resistenz gegenüber Penicillinen und Cephalosporinen • Häufigkeit Carbapenem-resistenter Enterobakterien in Deutschland gering (<1%) |
| Acinetobacter spp. (A. baumannii, A. nosocomialis, A. pittii) | Late-onset VAP | • Intrinsische Resistenz gegenüber Penicillinen und Cephalosporinen
• Erworbene Resistenzen gegenüber Fluorchinolone, Aminoglykoside, Carbapeneme • Zunehmend panresistente Stämme mit Colistin Empfindlichkeit, allerdings kommen inzwischen auch Colistin-resistente Stämme vor • Therapie mit Imipenem oder Meropenem. Bei Carbapenem-Resistenz ist Colistin indiziert, möglichst in Kombination mit einer weiteren in vitro wirksamen Substanz. Tigecyclin ist eine zusätzliche Option für die Salvage-Therapie, ist aber für die Behandlung der Pneumonie nicht zugelassen (Rücksprache mit Mikrobiologie / Infektiologie sinnvoll). | |
| Stenotrophomonas maltophilia | Late-onset VAP | Entscheidender Risikofaktor: Vorausgehende Therapie mit einem Breitspektrum-Antibiotikum | • Umfangreiche intrinsische Resistenz gegenüber einer Vielzahl von Antibiotikaklassen
• Zuverlässig wirksam nur Co-Trimoxazol sowie Fluorchinolone, Resistenzen gegenüber diesen Substanzen kommen jedoch vor |
| Legionella pneumophila | Insbesondere bei immun-kompromittierten Patienten | Belastung in der Wasserversorgung | |
| Aspergillus spp. | Patienten mit definierter Immunsuppression | Risikofaktoren: Intensiv-Patienten, COPD, Glucocorticoid-medikation, Influenza-Pneumonie | Für A. fumigatus empfiehlt die ESCMID eine Testung auf Resistenz gegenüber Azolantimykotika. Insgesamt ist die Resistenzlage in Deutschland noch unproblematisch. Nur bei lokal erhöhten Raten Azol-resistenter A. fumigatus ist zu überlegen, ob bis zum Nachweis eines sensiblen Erregers eine Therapie gewählt wird, die auch Azol-resistente Stämme erfasst, z.B. eine Kombination aus Voriconazol und entweder Echinocandin oder L-Amphotericin B) |
Anmerkung: Ein Erregernachweis sollte immer mit der entsprechenden Klinik abgeglichen und eine Therapie nur bei einer Korrelation und dem begründeten Verdacht einer nosokomialen Pneumonie durchgeführt werden.
Häufige Erreger der Aspirationspneumonie
| Bacteriodes spp. |
| Peptostreptokokken (Anaerobier) |
| S. aureus, S. pneumoniae und andere Grampositive Kokken |
| Strepococcus milleri |
| Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und P. aeruginosa |
| Nocardia spp. |