DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Dammriss
DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Dammriss/Klinisches Bild/Klinisches Bild
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch Inspektion und Palpation durch den Geburtshelfer oder die Hebamme und muss nach jeder vaginalen Geburt erfolgen. Kann hierbei ein Dammriss Grad III oder IV nicht ausgeschlossen werden, soll gemäß der aktuellen Leitlinie der gynäkologische Oberarzt bzw. Facharzt hinzugezogen werden. DGI:Geburtshilfliche Infektionen/Dammriss/Klinisches Bild/Erreger
Therapie
Ein Dammriss III. und IV. Grades erfordert eine chirurgische Wundversorgung. Hierzu sollte eine perioperative Antibiotikaprophylaxe erfolgen.
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dammriss
Grad III/IV |
perioperative Prophylaxe | Cefuroxim | 1,5g | 1x | - | - |
Für eine Fortsetzung der perioperativen Prophylaxe gibt es keine Evidenz. Eine Fortsetzung sollte nur unter kritischer Risikobewertung stattfinden. Gemäß der aktuellen Leitlinie kann in ausgewählten Fällen nach individueller Risikoabschätzung die Antibiotikaprophylaxe postoperativ fortgeführt werden. Dies sollte aber unter Antibiotic Stewardship Gesichtspunkten kritisch betrachtet werden.
Prophylaxe / Prävention
Neben den durch die Patientin nicht zu beeinflussende Risikofaktoren für einen höhergradigen Dammriss, wie beispielsweise ein geschätztes Geburtsgewicht > 4000g, kann das Risiko durch einige Maßnahmen gesenkt werden:
- warme Kompressen auf den Damm legen
- Episiotomie
- antenatale/subpartale Damm-Massage