DGI:Opportunistische Infektionen/Pneumocystis Pneumonie/Erreger
Zunächst wurde Pneumocystis spp. aufgrund seiner Morphologie, den bekannten Entwicklungsstadien und seiner Resistenz gegenüber Antimykotika zu den Protozoen gezählt. Seit 2002 gehören er zu den Pilzen, da Genomanalysen die Verwandtschaft zu den Ascomycota zeigten 37,38. Eigenschaften dieses Pilzes weichen aber oft von denen anderer invasiver Pilze ab (z.B. keine Wirksamkeit von Antimykotika, extrem langsamer Lebenszyklus, Besonderheiten im Zellwandaufbau, etc.). Einige biochemischen Eigenschaften scheinen auch auf eine Verwandtschaft mit den Pflanzen hinzudeuten 39.
Bisher sind eine ausschließlich humanpathogene Spezies (P. jirovecii) und zehn weitere für den Menschen nicht infektiöse Pneumocystis-Spezies, die verschiedene Säugetiere befallen, bekannt 40,41. P. jirovecii, die einzige humanpathogene Form, kommt ubiquitär vor, die Verbreitung erfolgt vorwiegend über Aerosole und selten über Schmierinfektionen.