DGI:Blutstrominfektion/Gram-negative Bakterien/Pseudomonas aeruginosa/Abstract

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Pseudomonas aeruginosa gehört zu den „Nonfermentern“ und zeichnet sich durch eine intrinsische Resistenz gegenüber vielen Antibiotika aus. Eine Kenntnis über typische Risikofaktoren erlaubt, bei Patienten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für P. aeruginosa als verursachendes Agens die empirische Therapie so zu wählen, dass sie aus prinzipiell Pseudomonas-aktiven Substanzen besteht.

Risikofaktoren für eine P. aeruginosa-Infektion liegen vor bei beatmeten Patienten, Intensivpatienten, vorbekannter struktureller Lungenerkrankung (z.B. Bronchiektasen), Alter >65 Jahre, einer vorbekannten Kolonisierung mit P. aeruginosa und vorheriger Antibiotika-Therapie (innerhalb der letzten 3 Monate).

Eine kürzlich publizierte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse konnte folgende Risikofaktoren für eine P. aeruginosa Infektion identifizieren (Rojas et al. 2019 Clin Microbiol Infect):

  • Nosokomiale Infektion
  • Alter > 90 Jahre
  • Vorherige Antibiotika-Therapie
  • Liegende zentrale Katheter
  • Neutropenie
  • Liegender Harnwegskatheter
  • Septischer Schock bei Aufnahme

Ein erhöhtes Risiko für einen multiresistenten P. aeruginosa besteht nach einer weiteren Meta-Analyse bei vorheriger Carbapenem-Therapie, vorherigen Intensivstations-Aufenthalten und insbesondere auch einer dokumentierten Gabe von Fluorchinolonen in den vorherigen 3 Monaten (Raman et al. 2018 Antimicrob Resist Infect Control).