DGI:Opportunistische Infektionen/CMV/Abstract
Das humane Zytomegalievirus (CMV, humanes Herpesvirus 5) ist ein Herpesvirus, das nach Primärinfektion lebenslang persistiert und bei nachlassender zellulärer Immunität reaktivieren kann. Klinisch relevant ist CMV insbesondere bei HIV-Infektion mit schwerer Immundefizienz, nach solider Organtransplantation und nach allogener Stammzelltransplantation. Wichtig ist die konsequente Unterscheidung zwischen CMV-Infektion beziehungsweise DNAämie und CMV-Endorganerkrankung: Eine Plasma-DNAämie stützt den Verdacht, beweist aber keinen Organbefall. Diagnostisch steht die quantitative CMV-DNA-PCR in IU/ml aus EDTA-Plasma im Zentrum; therapeutisch sind Ganciclovir und Valganciclovir First-Line, während Letermovir vor allem prophylaktisch und Maribavir bei refraktärer oder resistenter CMV-Infektion nach Transplantation relevant ist.