DGI:Kopf-Hals-Infektionen: Difference between revisions
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Antibiotikatherapie bei Sepsis |
- WEITERLEITUNG DGI:Kopf Hals Infektionen/Abstract
Klinisches Bild
Die Otitis media acuta ist eine plötzlich auftretende Erkrankung, die mit pulsierenden Ohrenschmerzen und Fieber einhergeht. Sie ist bei Kindern unter zwei Jahren der häufigste Grund für Ohrenschmerzen. Meist schließt sich die Otitis media acuta an einen Infekt der oberen Atemwege an.
Leitsymptome
- Plötzlich auftretende Ohrenschmerzen
- Fieber
- Pochende Ohrengeräusche
- Hörminderung (Schalleitungsschwerhörigkeit)
- Eventuell druckschmerzhafter Processus mastoideus (seltene Komplikation)
Unterschied bakterielle vs. virale Otitis media acuta:
- Spontane Trommelfellperforation mit Austritt von Eiter
- Otorrhoe (wässrig gelber bis blutiger Ausfluss)
Epidemiologie
Prävalenz: ca. 60% der Kinder unter 6 Jahren
Saison: Winter- und Frühlingsmonate
Prognose
- Gute Prognose bei unkompliziertem Verlauf
- Im Kindesalter ist ein persistierender Paukenerguß möglich
- Durch Hörminderung ist eine schlechtere Sprachentwicklung möglich
- Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Rezidive
Diagnostik
Grundlage der Diagnostik ist die Anamnese und die klinische Untersuchung.
- Zum Ausschluss einer Otitis externa prüfen des Tragus-Druckschmerzes
Otoskopische Untersuchung
Frühzeichen
- Zentral am Hammergriff vermehrte Gefäßzeichnung, die im Verlauf radial ausstrahlen
- Rötung des Trommelfells
- Einziehung am Trommelfell
Spätzeichen
- („schollige“) Trübung des Trommelfells und Verstreichen des Lichtreflexes
- Paukenerguß (Vorwölbung, Spiegelbildung, Blasen)
- Spontanperforation mit Otorrhoe
Mikrobiologie
- Im Regelfall nicht erforderlich
Erreger
Bakterielle Erreger
- S. pneumoniae
- H. influenzae
- S. pyogenes
- M. catarrhalis
- Staph.aureus
Virale Erreger
- Respiratory-Syncytial-Virus (RSV)
- Parainfluenza-Virus
- Influenza-Virus
- Enterovirus
Therapie
Eine antibiotische Therapie ist im Regelfall nicht notwendig und ist nur bei einer schweren Otitis media acuta indiziert.
Symptomatische Therapie
- Xylometazolin Nasentropfen zur besseren Belüftung der Nasennebenhöhlen
- Analgetische Therapie mit Ibuprofen oder Paracetamol
Kriterien für eine Therapie mittels Antibiotika
- Alter unter 6 Monaten
- Beidseitige Erkrankung in den ersten zwei Lebensjahren
- Otorrhoe mit persistierenden Beschwerden (Schmerzen und/oder Fieber)
- Patient:innen mit Risikofaktoren, u.a. Immundefizienz, schwere Grundkrankheiten, Influenza, Paukenröhrchen, kraniale Fehlbildungen
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| schwere Otitis
media acuta |
Therapie der Wahl | Amoxicillin | 50 mg/kg KG/d p.o. in 3 Einzeldosen | 7 - 10 d | - | - |
| Alternative | Cefuroxim (pädiatrisch) | 10 mg/kg KG/d in 3-4 Einzeldosen | 7 - 10 d | Ab 14 Lj. 600 mg p.o. 2x/d | - |
| Klinische Situation | Präferenz | Substanz | Dosierung | Dauer | Anpassungen | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| schwere Otitis
media und Rezidive |
Therapie der Wahl | Amoxicillin / Clavulansäure | 875/125 mg p.o. 3x/d | 7 - 10 d | - | - |
| Alternative | Cefpodoxim | 200mg 2x/d p.o. | 7 - 10 d | - | - |
Bei der schweren Otitis media acuta ist gegebenenfalls eine Paukendrainage und/oder eine (Re-) Adenotomie notwendig.
Quellen
- S2k-Leitlinie Ohrenschmerzen. Stand: 2014. Abgerufen am: 09.11.2020.
- Berner et al.: DGPI-Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 6. Auflage Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 2013, ISBN: 978-3-131-44716-6
- Hufnagel PD med M. DGPI-Handbuch: 6. Auflage (2013). DGPI: Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. Accessed July 9, 2021. [1]
- 053-009l_S2k_Ohrenschmerzen_2014-12-abgelaufen.pdf. Accessed July 9, 2021. [2]
- ↑ http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-009.html S2k-Leitlinie Ohrenschmerzen. Stand: 2014. Abgerufen am: 09.11.2020.
- ↑ Berner et al.: DGPI-Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 6. Auflage Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 2013, ISBN: 978-3-131-44716-6