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DGI:Nosokomiale Pneumonie: Difference between revisions
mso-bidi-font-size:11.0pt;line-height:115%">Die nosokomiale Pneumonie ist eine im Krankenhaus erworbene Pneumonie, die sich frühestens 48 h nach stationärer Aufnahme entwickelt. Nosokomiale Pneumonien des spontan atmenden Patienten müssen von solchen unter invasiver Beatmung unterschieden werden. Die meisten verfügbaren Daten beziehen sich jedoch auf die Pneumonie unter Beatmung. Zu den meist unspezifischen Symptomen und Beschwerden gehören Fieber, Husten, Dyspnoe und Verwirrtheit. Bei beatmeten Patienten kann sich die Pneumonie jedoch auch als Verschlechterung der Oxygenierung und Vermehrung von Trachealsekret äußern. Die Diagnose wird aufgrund des klinischen Bildes und Röntgenthoraxbefundes vermutet und anhand von Blutkulturen oder von bronchoskopisch gewonnenem Material aus dem unteren Respirationstrakt bestätigt. Die häufigsten Erreger sind gramnegative Stäbchen und ''Staphylococcus aureus''. Die Therapie muss möglichst rasch aber nach entsprechender Diagnostik anhand des vermuteten, bzw. nachgewiesenen Keimspektrums, den aktuellen Resistenzprofilen und bestimmten klinischen Risikofaktoren der Patienten erfolgen. Durch regelhafte Reevaluationen des Verlaufs der Erkrankung und der eintreffenden Befunde muss die Therapie entsprechend modifiziert werden. Erhöhte Risikofaktoren für Infektionen mit multiresistenter Erreger (MRE) müssen erkannt und die Therapiestrategie entsprechend angepasst werden. </span>
'''<span style="color: black">Terminologie der nosokomialen Pneumonie</span>'''<span style="color: black">:</span>
'''<span style="color: black">HAP</span>''' <span style="color: black">-</span> <span style="color: black">Im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Pneumonien werden als „Hospital acquired pneumonia“ (HAP) bezeichnet und treten 48h nach Hospitalisierung auf.</span>
<span style="color: black">Bei der HAP wird zwischen 3 Formen unterschieden:</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">„early onset“ = früher Krankheitsbeginn; die Pneumonie tritt innerhalb der ersten 5 Tage auf</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">„late onset“ = später Krankheitsbeginn; die Pneumonie tritt nach 5 Tagen oder</span>
'''<span style="color: black">VAP</span>''' <span style="color: black">- Ventilator Acquired Pneumonia – Beatmungs-/Tubus-erworbene Pneumonie (engl. ''ventilator'' ≠ dt. ''Ventilator'')</span> <span style="color: black">Als VAP ist eine Pneumonie definiert, die 48 Stunden nach endotrachealer Intubation mit begleitender maschineller Beatmung auftritt. </span>
'''VAT''' - Ventilator Associated Tracheobronchitis <span style="color: black">- </span><span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Als Entität noch nicht allgemeinverbindlich definiert. <span style="color: black">Ein Keimnachweis in respiratorischen Sekreten bei Patienten ohne eindeutige klinische Infektionszeichen ist zunächst als bakterielle Kolonisation des Tracheobronchialsystems zu werten und sollte nur in Ausnahmefällen Anlass zum Beginn einer Antibiotikatherapie sein</span></span>
'''Pneumonien, die in den ersten drei Monaten nach Krankenhausentlassung auftreten''', werden ebenfalls als nosokomiale Pneumonien gewertet, da in dieser Zeit noch mit einer Kolonisation durch bakterielle Hospitalerreger gerechnet werden muss
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Das Konzept der '''''“Healthcare-associated-pneumonie”''''' (HCAP) wurde aufgrund fehlender Evidenz nicht in die aktuelle Leitlinie von 2017 übernommen.</span>
'''<span style="font-size:
12.0pt">Pneumonie bei Immundefizit: </span>'''<span style="font-size:12.0pt">Pneumonien bei Patienten mit Immundefizit (z. B. Transplantierte, hoch dosierte Chemotherapie, AIDS) stellen eine eigene Kategorie (eigenes Kapitel) dar. Hier ist zusätzlich an andere (opportunistische) Erreger wie Pilze und gehäuft an MRE zu denken. Eine ausgedehnte mikrobiologische Diagnostik und die Involvierung eines in der Behandlung Immunsupprimierter Patienten erfahrenen Arztes ist hier essentiell. (⧴ Kapitel: Pneumonie bei Immundefizit)</span>
'''<span style="font-size:14.0pt;line-height:
115%">Epidemiologie der nosokomialen Pneumonie</span>'''
<span style="color: black">Grundsätzlich werden HAP und VAP als häufigste letale Krankenhausinfektion bewertet.</span>
<span style="color: black">Die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren, sowie die effektive Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Prävention im stationären Alltag, sind essenziell für eine Senkung der HAP/VAP-Inzidenz.</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Deutschland: Ca. 75.000 bis 113.000 nosokomiale Pneumonien/ Jahr</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Die Anzahl der beatmungsassoziierten Pneumonien: ca. 11.300 Fälle. <span style="mso-spacerun:yes"> </span> Daten: Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (ITS-KISS 2011-2015)</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">VAP Inzidenz: 3,65 Fälle pro 1000 Beatmungstagen</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Die Sterblichkeit der HAP bzw. VAP ist kaum valide zu bestimmen, da Patienten mit HAP/VAP in der Regel schwerst krank sind und häufig aufgrund ihrer Grunderkrankung versterben. (</span><span style="color: black">Attributable mortality“ = Der durch HAP/VAP allein bedingte Anteil der Letalität)<span style="mso-spacerun:yes"> </span> </span>
<span style="color: black">Schätzung:<span style="mso-spacerun:yes"> </span> ca. 4300 Todesfällen aufgrund einer HAP in Deutschland pro Jahr</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Für HAP ohne Beatmung gibt es keine verlässlichen Daten. Es ist für ganz Deutschland von mehreren Tausend Toten durch HAP pro Jahr auszugehen. Zudem ist mit einer Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes (um durchschnittlich ca. 4-6 Tage) und, damit einhergehend, weiteren Risiken für den Patienten sowie höheren Kosten zu rechnen.</span>
Symbol;mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Dys- und Tachypnoe bzw. neue oder progrediente Oxygenierungsstörung</span>
mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Eine Zunahme von Volumen und Purulenz des respiratorischen Sekrets</span>
mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Mehr-Organversagen als Hinweise auf eine Sepsis</span>
Symbol;mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt;line-height:115%">Verwirrtheit ohne andere Ursache bei Patienten ≥70 Jahre</span>
'''<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Merke:</span>''' <span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Sämtliche oben genannte Symptome sind nicht spezifisch und können auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden.</span>
mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt">Lokale Infektion ausschließlich der großen Atemwege (Tracheobronchitis).</span>
<span style="font-size:12.0pt;font-family:
Symbol;mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt">Infektionen mit anderem Fokus</span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Immer fragen: Besteht eine Sepsis? Besteht eine schwere respiratorische Insuffizienz?. <span style="mso-spacerun:yes"> </span></span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Dazu mindestens</span> <span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt;line-height:115%">ein Assessment mittel quick Sepsis-related organ failure assessment score,</span> <span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">qSOFA (Normalstation) bzw. ein SOFA-Score (Intensivstation),(⧴Kapitel Sepsis) und eine Blutgasanalyse</span>
'''<span style="color: black">Merke:</span>''' <span style="color: black">Bei Patienten, die zwei der folgenden drei qSOFA-Kriterien erfüllen, ist von einem schlechteren Outcome auszugehen: </span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Bei einem erfüllten Kriterium sollte der volle SOFA-Score bestimmt werden.</span>
'''<span style="font-size:12.0pt">Bei jedem begründetem Sepsis-Verdacht (d. h. Infektionsverdacht mit Zeichen des Mehr-/Multi-Organversagens) besteht Lebensgefahr (!).</span>'''
<span style="font-size:12.0pt">Dann nach sog. 1-Stunden-Sepsisbündel (</span><span style="font-size:12.0pt;font-family:"Cambria Math",serif;mso-bidi-font-family:
Symbol;mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt">Verlegung auf eine Überwachungs- bzw. Intensivstation</span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:
115%">Auch bei schwerer respiratorischer Insuffizienz einzuleiten. </span>
'''<span style="font-size:12.0pt;line-height:
115%">Entitäten der HAP und klinische Implikationen </span>'''
'''<span style="font-size:12.0pt;line-height:
115%">Einteilung nach Zeitpunkt des Erwerbs:</span>'''[[#%20msocom%201|[A1]]]
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Pneumonie bis zu 48 h nach Krankenhausaufnahme: Ambulant erworbenen Pneumonie<span style="mso-spacerun:yes"> </span> (⧴ Kapitel CAP)</span>
<span style="font-size:12.0pt">Zu erwartendes Erregerspektrum: v.a. Enterobakterien, Haemophilus, Pneumokokken und ''S. aureus''. Je nach zusätzlichen Risikofaktoren kommen auch MRE und Non-Fermenter hinzu.</span>
<span style="font-size:12.0pt">Besonderheiten: Erhöhtes Risiko für multiresistente, insb. gramnegative Erreger und für Non-Fermenter (''Pseudomonas aeruginosa'' (!); seltener, insb. bei ausgedehnter Vortherapie, Lungenkranken u./o. längerer Beatmung auch Acinetobacter und Stenotrophomonas).</span>
<span style="font-size:12.0pt">Das Risiko für multiresistente Erreger (MRE) siehe: Therapierelevante Risikofaktoren für MRE bei nosokomialer Pneumonie (⧴Kapitel: Empirische Therapie)</span>
'''<span style="color: black">Definition Nonfermenter: B</span>'''<span style="color: black">akterien, die nicht in der Lage sind, Glukose zu fermentieren: </span><span style="color: black">Pseudomonas, Acinetobacter, Burkholderia, Legionella, Bordetella, Moraxella, Stenotrophomonas</span>
[[#%20msocom%202|[A2]]] '''<span style="color: black">Einteilung nach Ar</span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">t der Beatmung:</span>'''
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Bei VAP liegen gehäuft resistente Erreger vor. Insbesondere bei Patienten mit schweren strukturellen Lungenerkrankungen (z.B. schwere COPD, Bronchiektasen) spielen Non-Fermenter eine wichtige Rolle: Bei diesen Patienten ist ''Pseudomonas a<span style="color: black">eruginosa</span>'' <span style="color: black">in der empirischen Therapie immer zu berücksichtigen.</span></span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Bei jeder Pneumonie im nosokomialen Setting (insb. bei Rezidiven) ist ein '''Screening nach Risikofaktoren''' für Aspirationen und, falls nötig, eine Rezidivprophylaxe wichtig. (⧴ Siehe Kapitel Prophylaxe.)</span>
<span style="color: black">Definition: Pneumonie als Folge einer Aspiration (= Einatmen von Fremdmaterial in die Atemwege und Lunge)</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Aktive oder passive Regurgitation von Mageninhalt</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Fremdkörper</span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:
115%">Mikroaspirationen sind häufig, in der Regel unbemerkt und bis zu einem gewissen Grad physiologisch. Solche Aspirationen erregerhaltigen Sekrets aus den oberen Atemwegen sind pathophysiologisch bedeutsam für die Entstehung von Pneumonien allgemein. </span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Die Aspirationspneumonie im klassischen Sinne ist hingegen auf eine Makroaspiration, klassischerweise von Mageninhalt, zurückzuführen. Hierbei entstehen Infiltrate in den abhängigen Lungenarealen – je nach Lagerung des Patienten im basalen (v. a. rechten) Unterlappen oder dorsal in Ober- und Unterlappen (Segment 2, 6, 9 und 10).</span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Folgenden Konstellationen sind '''Risikofaktoren''' für eine Aspirationspneumonie:</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Einschränkung des Bewusstseins (von Psychopharmaka, Sedativa und Alkohol über Stroke, Schädel-Hirn-Trauma und Epilepsie bis hin zur Narkose und Reanimation)</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Reduktion der Sekret-Clearance (insb. COPD, invasive Beatmung) und der Immunantwort (Multimorbidität, hohes Alter, schlechter Ernährungszustand etc.)</span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:
115%">Bezüglich der '''Auswahl der antimikrobiellen Therapie''' spielt eine Aspirations-anamnese in der Regel keine Rolle, da im nosokomialen Setting die bei Aspirationen vermehrt vorkommenden Enterobakterien und ''S. aureus'' ohnehin dem zu erwartenden Erregerspektrum entsprechen. Antimikrobielle Regime mit Anaerobier-Wirksamkeit (je nach Risiko für MRE/Zeitpunkt des Erwerbs z. B. Aminopenicillin+ BLI, Piperacillin/Tazobactam, Moxifloxacin, Carbapeneme) sollten tendenziell bevorzugt werden. </span>
<span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Eine eindeutige Abgrenzung zur sterilen '''Aspirations-Pneumonitis''' gelingt oft nur schwer. Im Zweifel und bei schweren Verlaufsformen sollte immer eine antimikrobielle Therapie eingeleitet werden. Sie sollte beendet werden, falls sich im Rahmen einer Reevaluation nach 2-3 Tagen der Verdacht auf eine Pneumonie nicht bestätigt.</span>
'''<span style="color: black">Merke:</span>'''<span style="color: black"> Die Diagnose oder der Ausschluss einer HAP gelingt, bei meist komplex kranken Patienten und suboptimaler Bildgebung (häufig nur Röntgen im Liegen möglich) '''oft nicht eindeutig'''.</span>
<span style="color: black">Im Zweifel, d. h. wenn eine Pneumonie zwar nicht sicher aber möglich erscheint, sollte, insbesondere bei schwer kranken Patienten, zunächst eine Behandlung wie bei Pneumonie erfolgen.</span>
<span style="color: black">Bereits initial sollte aber unbedingt '''kritisch geprüft''' werden ob lediglich eine Tracheobronchitis, eine nicht infektiöse Ursache oder ein anderer Infektionsfokus vorliegen.</span>
<span style="color: black">In jedem Fall ist eine '''Reevaluation''' der Arbeitsdiagnose HAP etwa am '''dritten Tag''' nach Diagnosestellung nötig. </span>
<span style="color: black">Anhand des Verlaufs von Klinik, Laborchemie und Bildgebung sowie der erst dann vorliegenden mikrobiologischen Befunde kann die Diagnose HAP in vielen Fällen bestätigt oder unwahrscheinlicher werden. </span>
<span style="color: black">Gegebenenfalls ergibt sich hieraus die Indikation für weitere Diagnostik oder eine Beendigung der antimikrobiellen Therapie (AMT).</span>
'''<span style="color: black">Merke:</span>''' <span style="color: black">Der Einsatz von Biomarkern zur Diagnose der HAP (z.B. Procalcitonin, sTREM-1, IL1 beta, IL-6 und G-CSF) sind nicht zu empfehlen. Keiner dieser Biomarker hat bisher eine gegenüber dem konventionellen mikrobiologischen Diagnostik eigenständige und überlegene Bedeutung erlangen können.</span>
<span style="color: black">Bei Verdacht auf Sepsis im Rahmen der HAP soll PCT als sensitiver Marker in der initialen Diagnostik eingesetzt werden. Laktat soll zur Diagnose des septischen Schocks im Rahmen der HAP eingesetzt werden.</span>
<span style="color: black">Sonografie:</span><span style="color: black"> Zunehmende Bedeutung, da bettseitig durchführbar und zumindest periphere Infiltrate nachweisbar sind.</span>
<span style="color: black">Rö-Thorax:</span><span style="color: black"> Bei Verdacht auf HAP in 2 Ebenen durchzuführen. Bei bettlägerigen Patienten a.p. im Liegen. (Kriterien sind u.a.: Neues oder persistierendes Infiltrat, Verdichtung, Kavernenbildung)</span>
<span style="color: black">CT-Thorax: Bei therapierefraktärer HAP oder kompliziertem Verlauf</span>
'''<span style="color: black">Häufige nicht-pneumonische Ursachen für Infiltrate:</span>'''
<span style="color: black">Eine invasive Diagnostik (Trachealsekret, BAL) ist der nicht-invasiven nicht überlegen und sollte nur bei therapeutischen Konsequenzen – i.d.R. bei schweren und langen Verläufen – durchgeführt werden.</span>
<span style="color: black">Bei intubierten Patienten (VAP) ist bei Pneumonieverdacht jedoch immer ein adäquat entnommenes unteres Atemwegssekret einzusenden (Qualitätskriterien: siehe dt. S3-LL zur HAP).</span>
<span style="color: black">Candida-Diagnostik respiratorischem Material ist überflüssig, da Hefepilzinfektionen als Ursache der HAP bei Patienten ohne definiertes Immundefizit extrem selten sind.</span>
<span style="color: black">Aspergillus-Diagnostik dagegen ist dann sinnvoll, wenn Prädispositionen wie eine strukturelle Lungenerkrankung, eine rheumatologische Grunderkrankung oder eine Leberzirrhose vorliegen und/oder hinweisende Infiltrate in der CT-Thorax zur Darstellung kommen. Der Nachweis von Galaktomannan-Ag aus der BAL ist dem Nachweis im Blut überlegen.</span>
'''<span style="color: black">Keine routinemäßige Diagnostik auf respiratorische Viren.</span>''' <span style="color: black">Nur in der Influenza-Saison sollte eine Diagnostik auf Influenza insbesondere bei Intensivpatienten erfolgen.</span>
'''<span style="color: black">In der SARS-CoV-2 Pandemie Situation:</span>''' <span style="color: black">Bei jeder ambulant erworbenen respiratorischen Infektion ist eine SARS-CoV-2 Infektion auszuschließen. Differentialdiagnose SARS-CoV-2 bei begründetem Verdacht auch bei nosokomial erworbener Atemwegsinfektion (Outbreak?)</span>
<span style="color: black">Zwei Drittel der tödlich verlaufenden nosokomialen Infektionen sind Pneumonien. Lactat und Procalcitonin (PCT) sind zwei wertvolle Parameter zur Abschätzung der Progression der Erkrankung. Tritt im Rahmen der HAP ein septischer Schock auf, ist der initiale Laktatwert mit der Prognose assoziiert. Serielle Laktatmessung soll darum bei Patienten mit akuter Organdysfunktion aus prognostischen Gründen zur Diagnose einer Sepsis und zur Steuerung des Volumenmanagements vorgenommen werden.</span>
<span style="color: black">Eine prognostische Wertigkeit des Verlaufes insbesondere des Procalcitonins (PCT) wurde in mehreren Studien bestätigt.</span>
<span style="color: black">Aufgrund der unspezifischen klinischen Parameter und der Variabilität der radiologischen Befunde sowie der oftmals schwierig zu befundenden Rö-Thorax Aufnahmen im Liegen, sind differentialdiagnostisch alle mit Infiltraten imponierenden Veränderungen des Rö-Thorax bei gleichzeitig vorhandenen Entzündungskriterien als Pneumonie zu erwägen:</span>
<span style="color: black">Atelektasen, Pleuraergüsse, Lungenstauung / Lungenödem als Folge einer Überwässerung bei Herzinsuffizienz oder Nierenversagen, Lungenarterienembolien, alveoläre Hämorrhagien, Lungenabszesse, interstitielle Lungenerkrankungen, ARDS, Infektionen mit anderem Fokus.</span>
<span style="color: black">Die zur Diagnosestellung genannten – unspezifischen - laborchemisch-klinischen Kriterien (Leukozytose / Leukopenie, Fieber, purulentes Sekret) weisen eine Sensitivität und Spezifität von ca. 70% auf. Daher ist eine bildgebende Diagnostik zusätzlich erforderlich (Rö-Thorax, ggf. Thorax-CT / Sonografie), die jedoch bei ca. 1/3 der Patienten keine eindeutigen Befunde zeigt. Insbesondere bei Aufnahmen im Liegen oder vorbestehenden Lungenerkrankungen zeigen sich oftmals keine eindeutigen Verschattungsmuster. </span>
<span style="color: black">Die mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen und Kulturen aus respiratorischem Material) verbessert die Sensitivität und Spezifität nicht, sind aber zur Optimierung der antiinfektiven Therapie erforderlich.</span>
<span style="color: black">Insbesondere sollte beachtet werden, dass bei einer beginnenden HAP / VAP sowohl die klinischen und laborchemischen Parameter als auch der Rö-Thorax Befund häufig (noch) nicht eindeutig sind. Die beginnende Pneumonie macht sich daher ggf. zunächst mit enzephalopathischen Veränderungen (septische Enzephalopathie) bemerkbar und kann daher als dementielles oder psychiatrisches Geschehen fehlinterpretiert werden. </span>
11.0pt">Die septischen Enzephalopathie ist die häufigste Enzephalopathie auf Intensivstationen und bezeichnet eine diffuse zerebrale Funktionsstörung im Rahmen einer Sepsis nach Ausschluss anderer Ursachen.</span>
<span style="color: black">Die frühzeitige Überlegung, ob den mentalen Veränderungen ein infektiöses Geschehen zu Grunde liegt, und die Einleitung der entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, sind für den weiteren Verlauf wesentlich.</span>
11.0pt">Entscheidung zwischen VAT und VAP liegt meist an der Bewertung der Röntgen-Thoraxaufnahme.</span>'''
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt">VAT mit ca.10 % häufig, etwa ein Drittel geht in eine VAP über.</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt">VAT führt zu (i) längeren Beatmungszeit und (ii) längerer Verweildauer auf der ICU</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt">VAT- Erregerspektrum: Überwiegend gramnegative Erreger, vor allem Nonfermenter, und MRSA.</span>
'''<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Eine antimikrobielle Behandlung der VAT kann auf dem Boden aktueller Daten nicht empfohlen werden,</span>'''
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt">Jedoch: Bei gut begründeter Einzelfallentscheidungen vertretbar</span>
'''<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Merke:</span>''' <span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Immer den Versuch machen, VAT und VAP strikt zu trennen!</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:
11.0pt">Nur Patienten mit VAP sollen regelhaft antimikrobiell therapiert werden!</span>
=Erreger=
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Nachfolgend werden die wichtigsten Erreger nosokomialer Pneumonien und ihre wichtigsten Resistenzmechanismen tabellarisch dargestellt:</span>
mso-border-alt:solid black .5pt;mso-yfti-tbllook:1184;mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt"
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>< 1% der Stämme resistent gegenüber Penicillinen
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Resistenzzunahme insb. gegenüber Fluorchinolonen<span style="mso-spacerun:yes"> </span> (überwiegend<span style="mso-spacerun:yes"> </span> bei ''E. coli'', vermehrt auch bei Klebsiella spp.)
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Resistenzen gegenüber <span style="mso-spacerun:yes"> </span> Cephalosporinen der Cefotaximgruppe und Betalaktam-Betalaktamase-Inhibitorkombinationen
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>In Deutschland ca. 10-15% ESBL-bildendende ''E. coli'' und ''K. pneumoniae'' Stämme, oft mit gleichzeitiger Resistenz gegenüber Fluorchinolonen und Aminoglykosiden
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>In der Enterobacter-Serratia-Citrobacter Gruppe häufig Resistenz gegenüber Penicillinen<span style="mso-spacerun:yes"> </span> und Cephalosporinen
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Intrinsische Resistenz gegenüber Penicilline und Cephalosporine
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Zunehmend panresistente Stämme mit Colistin Empfindlichkeit allerdings<span style="mso-spacerun:yes"> </span> kommen inzwischen auch<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Colistin-resistente Stämme vor
<span style="font-family:Symbol;
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Therapie mit Imipenem oder Meropenem. Bei Carbapenem-Resistenz ist Colistin indiziert, möglichst in Kombination mit einer weiteren in vitro wirksamen Substanz. Tigecyclin ist eine zusätzliche Option für die Salva-ge-Therapie dar, ist aber für die Behandlung der Pneumonie nicht zugelassen</span>
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Umfangreiche intrinsische Resistenz gegenüber einer Vielzahl von Antibiotikaklassen <span style="mso-spacerun:yes"> </span><span style="font-family:Symbol;mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span>Zuverlässig wirksam nur Co-Trimoxazol sowie Fluorchinolone, Resistenzen gegenüber diesen Substanzen kommen jedoch vor
| style="width:191.1pt;" width="255" valign="top" |<span style="color: black">Für ''A. fumigatus'' empfiehlt die ESCMID eine Testung auf Resistenz gegenüber Azolantimykotika. Insgesamt ist die Resistenzlage in Deutschland noch unproblematisch. Nur bei lokal erhöhten Raten Azol-resistenter ''A. fumigatus'' ist zu überlegen, ob bis zum Nachweis eines sensiblen Erregers eine Therapie gewählt wird, die auch Azol-resistente Stämme erfasst, z.B. eine Kombination aus Voriconazol und entweder Echinocandin oder L-AmB.**)</span>
|}'''Häufige Erreger der Aspirationspneumonie'''
mso-border-alt:solid black .5pt;mso-yfti-tbllook:1184;mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt"
<span class="berschrift1Zchn">'''<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:20.0pt;line-height:115%">Therapie der nosokomialen Pneumonie</span>'''</span>
'''<span style="color: black">Prinzipien der Therapie</span>'''
'''<span style="color: black">Merke:</span>'''<span style="color: black"> Schnell. So früh wie möglich. <span style="mso-spacerun:yes"> </span>Therapiebeginn nach Blutkultur, ggf. Atemwegssekret zur mikrobiol. Untersuchung - dadurch jedoch keine Therapieverzögerung</span>
'''<span style="color: black">Sepsis:</span>''' <span style="color: black">Beginn der Antibiotikatherapie innerhalb einer Stunde (</span><span style="color: black">“''golden hour'' of ''sepsis''”)</span><span style="color: black">!</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Kalkulierte Therapie anhand zu erwartender Erreger</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Lokales Erregerspektrum und Resistenzprofil berücksichtigen</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Candida spp. in Atemwegsmaterial: In der Regel keine antimykotische Therapie</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Applikation: Falls Sepsis, dann prolongierte Gabe von Betalaktam-AB nach Startdosis erwägen (Perfusor)</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Keine antibiotische Therapie einer VAT (≠ VAP)</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Keine inhalative Therapie der VAP. Ausnahme: Als Ergänzung der Therapie gegen gram-negative Erreger, die nur auf Colistin und/oder Aminoglykoside empfindlich sind, prüfen</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Therapiedauer 7 bis 8 Tage, ''S. aureus''-Bakteriämie 14 TageUnklare Emfehlungen zur Procalcitonin (PCT)-Steuerung:</span>
<span style="color: black"><span style="mso-list:Ignore">o <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Nicht, wenn erwartete AMT < 7 - 8 Tage ), nur in ausgewählten Fällen (z. B. Colistin-Therapie, MRE) (ERS u. a. 2017)</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Antimikrobielle Therapie in den letzten 90 Tagen</span>
Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="font-size:12.0pt;line-height:115%">Kolonisierung durch MRGN oder MRSA</span>
Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Invasive Beatmung mehr als 4-6 Tage</span>
| style="width:311.8pt;" width="416" valign="top" |<span style="color: black">Vancomycin oder Linezolid als Monotherapie</span><span style="color: black"> </span><span style="color: black">Teicoplanin und Ceftobiprol. Ceftobiprol ist für die Be-handlung der HAP, nicht jedoch VAP zugelassen</span>
| style="width:311.8pt;" width="416" valign="top" |<span style="color: black">Bei Enterobacteriaceae, die ESBL (Extendend-Spectrum-Beta-Laktamasen) produzieren, werden Carbapeneme empfohlen; CAVE: In Ländern mit hohem Carbapenem-Verbrauch Anstieg der Resistenz. Weitere gut wirksame Substanzen mit HAP-/VAP-Zulassung: Ceftazidim-Avibactam</span>
| style="width:311.8pt;" width="416" valign="top" |<span style="color: black">Colistin, möglichst in Kombination (z. B. mit Aminoglykosid), Fosfomycin, ein Carbapenem und Ceftazidim/Avibactam</span>
| style="width:311.8pt;" width="416" valign="top" |<span style="color: black">Imipenem oder Meropenem. Falls Resistenz, dann Colistin, möglichst in Kombination mit einer weiteren in vitro wirksamen Substanz.</span>
<span style="color: black">Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patientenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig heterogen sind. Insbesondere einzelnen Maßnahmen sollten nicht überbewertet, sondern ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention der VAP etabliert werden. Gemäß der KRINKO Empfehlungen sollten die folgenden Komponenten darin eine Rolle spielen:</span>
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage, orotracheal, geblockt; keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien</span>
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Absaugen unter aseptischen Kautelen mit sterilen Materialien, keine Überlegenheit offener oder geschlossener Systeme</span>
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Keine OK-Hochlage, Wahl der Lagerung unter klinischen Aspekten, es scheint einen Vorteil einer seitlichen OK-Tieflage zu geben.</span>
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung</span>
mso-fareast-font-family:Symbol;mso-bidi-font-family:Symbol"><span style="mso-list:Ignore">· <span style="font:7.0pt "Times New Roman""> </span></span></span><span style="color: black">Möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung</span>
<span style="color: black">1. Dalhoff et al; S-3-Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie – Update 2017. </span>
<span style="color: black">2. </span><span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt">Brunkhorst, F.M., Weigand, M.A., Pletz, M. et al. S3-Leitlinie Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge. Med Klin Intensivmed Notfmed115, 37–109 (2020). <nowiki>https://doi.org/10.1007/s00063-020-00685-0</nowiki></span>
<span style="color: black">3. Melsen et al; Attributable mortality of ventilator-associated pneumonia: a meta-analysis of individual patient data from randomised prevention studies; Lancet ID 2013; </span>[http://dx.doi.org10.1016/S1473-3099(13)70111-7 <span style="color: black">http://dx.doi.org10.1016/S1473-3099(13)70111-7</span>]
<span style="color: black">4. Casserly B, Phillips GS, Schorr C et al. Lactate measurements in sepsis-induced tissue hypoperfusion: results from the Surviving Sepsis Campaign database. Crit Care Med 2015; 43: 567-573</span>
<span style="color: black">5. Duflo F, Debon R, Monneret G et al. Alveolar and serum procalcitonin: diagnostic and prognostic value in ventilator-associated pneumonia. Anesthesiology 2002; 96: 74-79</span>
<span style="color: black">6. Ramirez P, Garcia MA, Ferrer M et al. Sequential measurements of procalcitonin levels in diagnosing ventilator-associated pneumonia. Eur Respir J 2008; 31: 356-362</span>
<span style="color: black">8. Sakka SG et al , Antibiotikatherapie in der Intensivmedizin, Deutscher Ärzteverlag, 3. überarbeitete Auflage 2019, <nowiki>ISBN 978-3-7691-3655-5</nowiki></span>
<span style="color: black">9.</span><span style="color: black">Torres A, Niederman MS, Chastre J, et al. International ERS/ESICM/ESCMID/ALAT guidelines for the management of hospital-acquired pneumonia and ventilator-associated pneumonia: guidelines for the management of hospital acquired pneumonia (HAP)/ventilator-associated pneumonia (VAP) of the European Respiratory Society (ERS), European Society of Intensive Care Medicine (ESICM), European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) and Asociació n Latinoamericana del Tórax (ALAT). Eur Respir J 2017; 50:</span>
<span style="color: black">10. Kelly D et al. Comparing current US and European guidelines for nosocomial pneumonia Current Opinion in Pulmonary Medicine: 2019 doi: 10.1097/MCP.0000000000000559</span>
mso-bidi-font-size:11.0pt;line-height:115%">Kalil AC, Metersky ML, Klompas M, et al. Management of Adults With Hospital-acquired and Ventilator-associated Pneumonia: 2016 Clinical<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Practice Guidelines by the Infectious Diseases Society of America and<span style="mso-spacerun:yes"> </span> the American Thoracic Society [published correction appears in Clin<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Infect Dis. 2017 May 1;64(9):1298] [published correction appears in Clin<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Infect Dis. 2017 Oct 15;65(8):1435] [published correction appears in<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Clin Infect Dis. 2017 Nov 29;65(12):2161]. Clin Infect Dis. 2016;63(5):e61-e111. doi:10.1093/cid/ciw353</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt;line-height:115%">12.<span style="mso-spacerun:yes"> </span> Ewig S. Ventilator assoziierte Tracheobrochitis, Buchkapitel 22. Aus Nosokomiale Pneumonie 2017. Print ISBN: 978-3-662-49820-0, Verlag: Springer Berlin Heidelberg</span>
<span style="font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:11.0pt;line-height:115%">13. von Lilienfeld-Toal M. et al. Neue Herausforderungen und neue Therapieoptionen, Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 271-8; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0271</span>
Die Nosokomiale Pneumonie (hospital-acquired pneumonia (HAP)) tritt definitionsgemäß frühestens 48 Stunden nach der stationären Aufnahme auf. Sie wird nach Patientenkollektiv in zwei Hauptkategorien unterteilt: Spontan atmenden Patient:innen und invasiv beatmeten Patient:innen (VAP, ventilator-associated pneumonia), wobei die meisten Daten zur Pneumonie unter Beatmung vorliegen.
Typische Symptome sind Fieber, Husten und Dyspnoe; bei beatmeten Patient:innen kann sich die Pneumonie jedoch auch durch eine Verschlechterung der Sauerstoffversorgung und vermehrtes Trachealsekret äußern.
Die Diagnose wird gestellt über ein neues, persistierendes oder progredientes Lungeninfiltrat in Kombination mit zwei von drei Kriterien (Leukozyten >10.000 oder <4000/µl, Fieber >38,3 °C, purulentes Sekret).
Zur Diagnosesicherung und für das weitere Management einer nosokomialen Pneumonie sollten – wenn möglich- Proben aus tiefem Bronchialsekret bzw. eine brochoalveoläre Lavage entnommen werden. Außerdem sollten Blutkulturen abgenommen werden, um eine Bakteriämie zu erkennen und einen möglichen extrapulmonalen Infektionsfokus zu klären.
Die häufigsten Erreger sind Staphylococcus aureus sowie gramnegative Stäbchen aus der Familie der Enterobacterales, zu denen unter anderem Escherichia coli und Klebsiella spp. gehören.
Die Therapie muss in Abhängigkeit vom Schweregrad des Krankheitsbildes schnell eingeleitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation der therapierelevanten Risikofaktoren, also dem Vorliegen eines septischen Schocks und dem Risiko für multiresistente Erreger (MRE) und Pseudomonas aeruginosa. Zu den Risikofaktoren für Letztere zählen ARDS, eine laufende Dialyse sowie eine innerhalb der letzten 30 Tage durchgeführte antibiotische Therapie
Aspekte des Antimicrobial Stewardship (AMS) sollten zur Therapieoptimierung sowie zur Vermeidung von Kollateralschäden und Resistententwicklung beachtet werden.
Dieser Artikel wurde im März 2025 überarbeitet. Die neuen Aspekte der im Januar 2024 veröffentlichten S3-Leitlinie zur HAP wurden integriert.
Nosokomiale Pneumonien, auch als “Hospital acquired pneumonia" (HAP) bezeichnet, treten definitionsgemäß frühestens 48 Stunden nach Hospitalisierung auf.
Die aktuelle Leitlinie vom Januar 2024 verzichtet auf die traditionelle Unterscheidung zwischen "early onset" und "late onset" HAP, da diese Differenzierung in der klinischen Praxis nur begrenzten Nutzen bringt. Die Variantion des Erregerspektrums ist stärker abhängig von individuellen Risikofaktoren als von der bisherigen Dauer des stationären Aufenthaltes.
Es gibt HAP-Subgruppen wie die vHAP (beatmungspflichtige HAP) und die HAP, die mit nicht-invasiver Beatmung (NIV-HAP) assoziiert ist. Beide Subtypen werden in der aktuellen Leitlinie als Teil der HAP betrachtet, da sie hinsichtlich Pathogenese und Erregerspektrum den klassischen HAP-Fällen ähnlich sind und nach aktueller Datenlage keine separate Behandlung erfordern.
VAP (Ventilator Acquired Pneumonia): Bei der VAP handelt es sich um eine besondere Form der HAP. Als (VAP) ist eine Pneumonie bei Patient:in:innen definiert, die über mindestens drei Kalendertage maschinell beatmet wurden.
Diese Form der Pneumonie weist eine höhere Morbidität und Mortalität auf und erfordert spezifische Präventions- und Behandlungsansätze.
Abgrenzung zur VAT (Ventilator Associated Tracheobronchitis):
VAT ist als Entität noch nicht allgemeinverbindlich definiert. Das Autorenteam schlägt vor, eine VAT nur anzunehmen, bei
Zunahme von Menge und/ oder Purulenz des Atemwegssekrets und
Nachweis von pathogenen Erregern in den unteren Atemwegen.
Eine antimikrobielle Therapie ist nicht grundsätzlich nötig.
CAVE:
Die Atemwege von invasiv beatmeten Patienten sind häufig kolonisiert. Ohne klinische Symptome einer Pneumonie oder einer schweren Infektion der unteren Atemwege (z. B. mit respiratorischer Verschlechterung) besteht keine Indikation für eine antimikrobielle Therapie!
Pneumonien bei immundefizienten PatientInnen, z. B. nach Transplantation, unter hochdosierter Chemotherapie oder mit AIDS bilden eine eigene Kategorie, die besondere Beachtung opportunistischer Erreger wie Pilze und multiresistenter Erreger (MRE) erfordert. Eine umfassende mikrobiologische Diagnostik und die Einbindung von FachärztInnen mit Erfahrung in der Behandlung immunsupprimierter PatientInnen sind essenziell. Die aktuelle Leitlinie betont die Notwendigkeit einer spezialisierten, differenzierten Therapie in diesen Fällen und schließt keine spezifischen Handlungsempfehlungen für diese Patientengruppen mit ein.
Schweregradeinschätzung
Bei HAP und VAP sind zur Schweregradbestimmung unverzüglich die Bestimmung der Sauerstoffsättigung, eine BGA inklusive Laktatmessung und ein Screening auf Sepsis durchzuführen.
Hierzu sollte in jedem Krankenhaus ein Sepsis-Screening-Tool implementiert werden. Es können dafür der National Early Warning Score (NEWS) oder der qSOFA-Score CAVE: eingeschränkter negativ prädiktiver Wert!) verwendet werden. Auf der Intensivstation wird nach Vorliegen der entsprechenden Parameter und Laborwerte der SOFA-Score empfohlen.
Details/ Sepsis-Scores: Siehe Infektiopedia-Artikel zur Sepsis.
Bei Verdacht auf Sepsis oder einer schweren respiratorischen Insuffizienz/ARDS ist von einem schlechteren Outcome, hoher Mortalität und stets von akuter Lebensgefahr auszugehen. Die Behandlung muss dann auf einer IMC- oder Intensivstation erfolgen.
Das folgende Sepsis-Bündel ist binnen 1 Stunde anzuwenden:
Asservieren von 2-3 Paar Blutkulturen
Breite und maximal dosierte antibiotische empirische Initialtherapie
Suffiziente Volumen- und Katecholamingabe-Steuerung über Laktat
Bei Bedarf sollte zudem eine ausreichende O2-Gabe und ggf. eine Beatmung veranlasst werden.
Eine Zunahme von Volumen und Purulenz des respiratorischen Sekrets
Fieber > 38,3 °C
Verwirrtheit ohne andere Ursache, (cave: septische Enzephalopathie) und andere Sepsiszeichen
CAVE:
Insbesondere im hohen Alter stehen oft auch untypische Pneumonie-Symptome im Vordergrund. Bei Vigilanzminderung, Sepsisverdacht und Multiorganversagen, ist immer an eine Pneumonie zu denken.
CAVE:
Sämtliche oben genannte Symptome sind nicht spezifisch und können auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden.
CAVE:
Oft kann die Verdachtsdiagnose erst im Verlauf bestätigt oder verworfen werden durch Veränderung der klinischen Symptome und nach Erhalt weiterer Befunde .
Die der HAP und VAP zuschreibbare Sterblichkeit („attributable mortality“) liegt geschätzt bei ca. 10 %, ist aber wegen der i. d. R. ausgeprägten Komorbiditäten und Zeitabhängigkeit des Risikos kaum valide bestimmbar.
Negative Prognosefaktoren
Initiale Bakteriämie
Schwere des Lungenschadens
Hoher Laktatwert
Hoher SOFA-Score
VAP durch Aspergillus (Letalität > 50 %)
Günstige Prognosefaktoren
Besserung von SOFA, Laktat, CRP/PCT und Oxygenierung
Einflussfaktoren
Leitliniengerechte Initialtherapie und Fokussierung der Antibiotikatherapie im Verlauf scheinen positiven Einfluss auf die Prognose zu haben.
Bei septischem Schock im Rahmen einer HAP/VAP sollten aus prognostischen Gründen serielle Laktatmessungen zur Steuerung des Managements vorgenommen werden. Auch andere Maßnahmen des Sepsis-Managements erscheinen prognostisch wichtig. (Siehe Sepsis Kapitel)
Es liegt Evidenz vor, dass die Prognose durch eine konsequente Deeskalation der antibiotischen Therapie nicht verschlechtert wird.
Eine antimikrobielle Kombinationstherapie der VAP oder der HAP bringt im Vergleich zu einer Monotherapie mit geeigneten und empfohlenen Präparaten keinen zusätzlichen prognostischen Nutzen.
Als Ausnahme ist hier der Einsatz einer empirischen Kombinationstherapie als Initialtherapie bei Patient:in:innen mit septischem Schock plus MRE-Risiko zu nennen.
Risikofaktoren für nosokomiale Pneumonien (HAP und VAP)
Höheres Lebensalter (Alter > 65 Jahre)
Vorbehandlung mit Antibiotika
Immunsuppression
Vigilanzstörungen
Intubation und maschineller Beatmung
Organversagen und septischer Schock
Vorerkrankung des Respirationstraktes, inkl des Larynx/ Hypopharynx
Thorakale oder abdominelle operative Eingriffe
Schweres Trauma
Nikotin-, Alkohol- und Drogenabusus
Erkrankungen des oberen GI-Traktes
Neurologische Erkrankungen, die mit Dysphagie u./o. Verlust der Schutzreflexe einhergehen
Nosokomiale Pneumonie (HAP): Mindestens 48 Std. nach Krankenhausaufnahme
Ventilator-assoziierte Pneumonie (VAP): Mind. 72 Stunden nach Beginn der maschinellen Beatmung Neues, persistierendes oder progredientes Infiltrat plus zwei von drei weiteren Kriterien:
Leukozyten > 10.000 oder < 4.000/μl
Fieber > 38,3 °C
Purulentes Sekret
Labor
CAVE:
Die Bestimmung eines Inflammationsparameters (CRP oder PCT) sollte bei Diagnose erfolgen, um eine Verlaufsbeurteilung zu ermöglichen.
Die Bestimmung des Laktats soll zur Diagnose des septischen Schocks im Rahmen der HAP eingesetzt werden.
Bildgebung
Rö-Thorax: Bei Verdacht auf HAP (wenn möglich) in 2 Ebenen durchzuführen. Bei bettlägerigen Patient:in:innen a. p. im Liegen (Kriterien sind u. a.: Neues oder persistierendes Infiltrat, Verdichtung, Kavernenbildung).
Sonografie: Bettseitig durchführbar. Bis zur Pleura reichende Infiltrate sind valide nachweisbar. Sollte bei V. a. HAP erfolgen. Sehr hilfreich zur Abgrenzung von Atelektase, Abszess und Pleuraerguss/-empyem, insb. in Kombination mit Echokardiographie auch einer kardialen Genese oder einer LAE.
CT-Thorax: Bei nicht Ansprechen der antibiotischen Therapie und/oder bei kompliziertem Verlauf.
Mikrobiologie
Blutkultur: Mindestens 2 Paare vor Therapie zum Nachweis einer Bakteriämie
Respiratorisches Material: Eine invasive Diagnostik (Trachealsekret, BAL) ist der nicht-invasiven nicht überlegen und sollte nur bei therapeutischen Konsequenzen – i. d. R. bei schweren und langen Verläufen – durchgeführt werden.
Bei intubierten Patient:in:innen (VAP) ist bei Pneumonieverdacht jedoch immer ein adäquat entnommenes unteres Atemwegssekret einzusenden (Qualitätskriterien: siehe dt. S3-LL zur HAP).
Legionellen-Antigen im Urin nur bei begründetem Verdacht; kein Pneumokokken-Antigen im Urin (S. pneumoniae ist als Erreger der HAP selten).
Candida-Diagnostik in respiratorischem Material ist überflüssig, da Hefepilzinfektionen als Ursache der HAP in der Regel nicht vorkommen
Invasive pulmonale Aspergillose (IPA)
Neu in der Leitlinie ist die differentialdiagnostische Miteinbeziehung der invasiven pulmonalen Aspergillose (IPA). Diese Infektion ist mit einer hohen Letalität bis 50% assoziiert.
Eine IPA tritt vor allem bei Patient:in:innen mit bestimmten Risikofaktoren auf:
●Steroidtherapie (>4 Wochen mit Prednisolon ≥20 mg/Tag)
●COPD
●Leberzirrhose
●Malnutrition
●Verbrennungen
●Diabetes
●Schwere Influenza-Infektion
●COVID-19-Infektion
Diagnostische Verfahren
Folgende Diagnostik auf Aspergillus sollte zeitnah und gezielt bei Verdacht auf IPA durchgeführt werden.
1.Antigentest auf Galaktomannan (GM) aus der BAL
2.Ergänzende mikrobiologische Verfahren: Weitere Verfahren wie Pilzkulturen oder molekulare Tests (z. B. PCR) sollten in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Hochrisikopatienten.
Radiologische Befunde:
Typische CT-Befunde bei IPA umfassen:
●Tracheal- und Bronchialwandverdickungen
●Peribronchiale Milchglasinfiltrate
●Konsolidierungen
●Bronchiektasen
●Herdbefunde (z. B. Makronodulen)
Mykologische Diagnosekriterien
Nach den EORTC/MSGERC ICU 2021 Kriterien wird zwischen „gesicherter“ (proven) und „wahrscheinlicher“ (probable) IPA unterschieden:
1.Gesicherte IPA:
○Histopathologischer oder mikroskopischer Nachweis von Aspergillus spp. in Gewebebiopsien oder sterilem Material.
2.Wahrscheinliche IPA:
○Kombination aus mykologischen, klinischen und radiologischen Befunden sowie mindestens einem Risikofaktor.
Mykologische Kriterien
Mykologische Tests sollten immer in Kombination mit klinischen und radiologischen Befunden interpretiert werden.
Die Diagnostik auf Aspergillus sollte bei ITS-Patient:in:innen mit HAP und den genannten Risikofaktoren systematisch erfolgen. Frühzeitige und gezielte Diagnosen können die Prognose erheblich verbessern.
Diagnostik auf respiratorische Viren (Influenza, SARS-CoV2, RSV) nur bei begründetem Verdacht, z.B. in Ausbruchsituationen oder bei entsprechender epidemischer Lage.
Die Diagnose oder der Ausschluss einer HAP gelingt bei den meist komplex kranken Patient:in:innen und suboptimaler Bildgebung (häufig nur Röntgen im Liegen möglich) oft nicht eindeutig (Bei ca. 1/3 der Patient:in:innen keine eindeutigen Befunde.)
Cave: Therapierelevant ist bereits die Verdachtsdiagnose einer nosokomialen Pneumonie.
Differentialdiagnostisch sind alle mit Infiltraten imponierenden Veränderungen des Rö-Thorax bei gleichzeitig vorhandenen paraklinischen Inflammationskriterien als Pneumonie zu erwägen. Dies sind z. B.:
- Atelektase,
- Infarkt-Pneumonie,
- COPD und andere autoimmunologisch getriggerte Lungeninfiltrate,
- Adenokarzinom,
- Lungenstauung,
- Aspirations-Pneumonitis
- TRALI,
- Infektion mit anderem Fokus
Die mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen und Kulturen aus respiratorischem Material) verbessert die Sensitivität und Spezifität nicht, ist aber zur Optimierung der antiinfektiven Therapie erforderlich.
VAT - Ventilator-assoziierte Tracheobronchitis
Anders als die VAP ist die VAT keine invasive Infektion des Lungenparenchyms und damit in der Regel nicht akut lebensbedrohlich. Daher besteht keine Behandlungsindikation. Eine Ausnahme kann eine schwere Tracheobronchitis mit eindeutiger respiratorischer Verschlechterung sein.
Die Abgrenzung zur Pneumonie gelingt insb. mittels Ausschluss von:
- Lungeninfiltraten mittels multimodaler Bildgebung und
- ausgeprägter systemischer Inflammation/Sepsiszeichen mittels Labor und Klinik
CAVE: Eine VAT kann zur VAP voranschreiten. Die Differenzierung kann schwierig sein. Bei VAT muss engmaschig auf die Entstehung einer VAP reevaluiert werden.
Das Erregerspektrum nosokomialer Pneumonien umfaßt Bakterien, Pilze und Viren. bei immunkompetenten Patient:in:innen eine untergeordnete Rolle spielen. In der folgenden Tabelle sind die relevanten bakteriellen Infektionserreger entsprechend ihrer Risikofaktoren aufgeführt. Multiresistente Erreger (MRE) sind insgesamt selten, erfordern jedoch eine gezielte Berücksichtigung bei Patient:in:innen mit spezifischen Risikokonstellationen.
Erregerspektrum bei Atemwegsinfektionen nicht invasiv beatmeter (NIV) Patienten
Erregerspektrum bei Atemwegsinfektionen invasiv beatmeter (NIV) Patienten
Bakterien 55,7 %
45,2 % gramnegativ, 15,8 % grampositiv
3MRGN 3 %, 4MRGN 0,8 %
Bakterien 79,2 %
65,5 % gramnegativ, 22 % grampositiv
3MRGN 5,1 %, 4MRGN 1,6 %
Bakterien 55,7 %
- S. aureus 11,4 % (davon 2,5 % MRSA)
- K. pneumoniae 8,5 %
(davon 0,6 % 3MRGN)
- E. coli 10,5 % (davon 0,8 % 3MRGN)
- P. aeruginosa 7,8 % (davon 0,8 % 4MRGN)
- E. cloacae 3,6 % (davon 0,5 % 3MRGN)
Bakterien 79,2 %
- S. aureus 17,1 % (davon 2,4 % MRSA)
- K. pneumoniae 11,7 % (davon 1,1 % 3MRGN)
- E. coli 13,6 % (davon 1,5 % 3MRGN)
- P. aeruginosa 13,3 % (davon 1 % 4MRGN)
- E. cloacae 4,9 % (davon 0,2 % 3MRGN)
Pilze 5,6 %
Pilze 5,3 %
Viren 1,2 %
Viren 0,3 %
Aktuelle Daten zur nosokomialen Pneumonie (HAP) in Europa zeigen, dass Serratia marcescens (2,3–4,3 %), Stenotrophomonas maltophilia (2,9–3,2 %), Haemophilus influenzae (2,4–3 %) und Streptococcus pneumoniae (ca. 1 %) seltene Erreger darstellen. Acinetobacter-Spezies weisen eine regionale Variabilität auf: In Westeuropa sind sie mit 1,9 % selten, während sie in Osteuropa mit bis zu 19 % häufiger vorkommen.
Der Stellenwert virale Erreger wird durch Zunahme entsprechender Diagnostik deutlicher, Viren können auch bei immunkompetenten Patient:in:innen Pneumonien auslösen. Wichtige Viren sind Influenza, Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) und SARS-CoV-2. Eine bakterielle Ko-Infektion verschlechtert das Outcome signifikant. Faktoren wie Alter, Saisonalität, geografisches Umfeld und Immunstatus beeinflussen die virale Ätiologie.
Auch wenn Aspergillus fumigatus bei immunkompetenten Patient:in:innen ein seltener Erreger nosokomialer Pneumonien ist, sollte insbesondere bei kritisch kranken Patient:in:innen an die Möglichkeit einer invasiven pulmonalen Aspergillose (IPA) gedacht werden. Die aktuelle Leitlinie betont die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung, da Risikofaktoren wie Leberzirrhose, Neutropenie, eine langfristige Steroidtherapie (>4 Wochen, >20 mg Prednisolon oder Äquivalent), COPD und rheumatologische Grunderkrankungen das Risiko deutlich erhöhen. Zudem haben schwere Influenza- und SARS-CoV-2-Verläufe insbesondere bei intensivpflichtigen Patient:in:innen das Potenzial, eine IPA zu begünstigen, weshalb dieser Aspekt in der Diagnostik und Therapieentscheidung berücksichtigt werden sollte.
Multiresistente Erreger (MRE) sind insgesamt selten, erfordern jedoch besondere Aufmerksamkeit bei der Therapieplanung.
Gemäß der aktualisierten S3-Leitlinie zur nosokomialen Pneumonie (Rademacher et al., 2024) gibt es bestimmte Mikroorganismen, die trotz ihres Nachweises in Atemwegsproben nicht als Erreger einer nosokomialen Pneumonie gelten. Dazu zählen:
Der Nachweis dieser Mikroorganismen, selbst in größerer Menge in invasiv gewonnenem Atemwegsmaterial, rechtfertigt in der Regel keine antimikrobielle Therapie. Die aktualisierte HAP- Leitlinie empfiehlt daher, die Diagnostik dieser Mikroorganismen auf Genus- bzw. Speziesebene zu beschränken und auf Resistenzbestimmungen zu verzichten, um Fehltherapien zu vermeiden.
- Prolongierte Gabe von Betalaktam-AB über 3-4 h bei Sepsis empfohlen
- Ggf. therapeutisches Drug-Monitoring (TDM), z. B. bei Niereninsuffizienz, Erreger mit hoher MHK
- Dosierung (hoch vs. Standard) beachten: bestimmte Erreger und Indikationen, “I” auf dem Antibiogramm
- Antivirale Therapie gegen Influenza mit Zanamivir und Oseltamivir möglich, gegen SARS-CoV-2 laut Leitlinie (jeweils schlechte Datenlage)
- Monotherapie mit Ceftazidim nicht empfohlen
- Kombinationstherapie nur nur bei MRE-RF und septischem Schock
- Keine regelhafte “double GN coverage ”
- Ergänzende inhalative Therapie nur als Ausnahme: Im Fall bestimmter MRE Colistin oder Aminoglykosiden erwägen (Dosier-/Anwendungsempfehlungen als Anhang der S3-Leitlinie verfügbar)
Reevaluation
Da die Diagnose der nosokomialen Pneumonie nur mit eingeschränkter Sensitivität und Spezifität gestellt werden kann, kommt der Reevaluation eine besondere Bedeutung zu
- Bei klinischer Stabilisierung, dann De-Eskalation der Therapie, auch ohne Erregernachweis, in der Regel auf Monotherapie. Bei Erregernachweis, dann Therapiefokussierung
Therapiedauer
- Therapiedauer regelhaft 7-8 Tage, im Einzelfall länger (z. B. Empyem, Abszess, S. aureus-Bakteriämie, ARDS, septischer Schock)
- Therapieverkürzung per PCT möglich, bei Dauer < 7-8 Tage nicht relevant
Die Therapie sollte immer nach dem Resistogramm ausgerichtet werden, sobald dies vorliegt.
Keim
Therapieoptionen
S. aureus
MSSA: Cefazolin, Flucloxacillin
MRSA: Vancomycin oder Linezolid als Monotherapie, alternativ Ceftobiprol (CAVE: Keine Zulassung für VAP) und Teicoplanin
Pneumokokken
1. Wahl: Penicillin G
Für den seltenen Fall von resistenten Pneumokokken oder bei Allergien: Ceftriaxon
Bei Resistenz/KI auch gegen Ceftriaxon kommt a.e. Vancomycin in Frage; immer in Rücksprache mit Mikrobiologie.
Enterobacteriaceae mit ESBL-Produktion
Carbapeneme; sofern sensibel: Ciprofloxacin oder Levofloxacin
Bei eindeutiger klinischer Wirksamkeit einer bereits laufenden Therapie mit Piperacillin/Tazobactam und in vitro voller Empfindlichkeit, kann die Therapie mit Piperacillin/Tazobactam in maximaler Dosierung und unter weiterem klinischem Monitoring fortgeführt werden.
Carbapeneme; sofern sensibel: Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Cefepim
Carbapenem-resistente Enterobacterales (CRE)
Ceftazidim/Avibactam (wirksam gegen KPC und OXA-48; Lücke bei Mischinfektion mit gram-positiven Erregern und/oder Anaerobiern)
Imipenem/Cilastatin/Relebactam (wirksam gegen KPC)
Cefiderocol (wirksam gegen viele Carbapenemasen, aber teils schlechte Wirksamkeit bei Metallobetalaktamasen, insb. bei NDM, in Deutschland <10 % Sensibilität bei NDM)
Aztreonam/Avibactam (wirksam gegen KPC, OXA-48 und Metallobetalaktamasen wie NDM und VIM) → breiteste Therapieoption bei CRE
CAVE: Mit Ausnahme von Imipenem/Relebactam haben alle vorgenannten Therapien wichtige Wirklücken im anaeroben und teils auch gram-positiven Bereich.
Wenn o. g. Substanzen nicht oder nur eingeschränkt wirksam sind, kommt eine Kombinationstherapie unter Verwendung von Colistin, Aminoglykosiden und Fosfomycin in Frage; immer in Rücksprache mit Mikrobiologie.
Bei 4-MRGN: Ceftolozan/Tazobactam; ggf. Ceftazidim/Avibactam, Cefiderocol oder Aztreonam (nach Austestung)
Wenn o. g. Substanzen nicht oder nur eingeschränkt wirksam sind, kommt eine Kombinationstherapie unter Verwendung von Colistin oder Aminoglykosiden in Frage; immer in Rücksprache mit Mikrobiologie.
Acinetobacter baumannii
Meropenem, Imipenem/Cilastatin
Bei Carbapenemresistenz: Cefiderocol
Nach EMA-Zulassung/Markteinführung wird Sulbactam/Durlobactam voraussichtlich eine Option darstellen; zudem kommt eine Kombinationstherapie mit Colistin in Frage.
Stenotrophomonas maltophilia
CAVE: Immer Prüfung der klinischen Relevanz – in der Regel nur Besiedlung!
Im Falle einer Infektion: Cotrimoxazol (8–10 mg/kg/d in 3 ED, bezogen auf die Trimethoprim-Komponente); alternativ Cefiderocol; bei schweren Infektionen ggf. in Kombination.
Weitere Alternative (statt Cefiderocol) nach Resistenztestung: Aztreonam/Avibactam.
Eine sicher valide Resistenztestung ist für Tigecyclin und Levofloxacin nicht möglich. Insofern sollte ihr Einsatz zurückhaltend erfolgen, insb. nicht als Monotherapie.
Ein Einsatz von Ceftazidim sollte, auch bei in-vitro-Sensibilität, wegen induzierbarer Resistenzen nicht erfolgen.
Umgang mit Therapieversagen
1. Diagnose „HAP“ korrekt? Überprüfen:
● Resistente bakterielle Erreger
● Nicht-bakterielle Erreger
● Resistenzentwicklung unter Therapie
● Unterdosierung der antimikrobiellen Therapie
● Superinfektion mit „neuem“ Erreger
● Einschmelzende / organüberschreitende Infektion oder Komplikation (z. B. Lungenabszess, Pleuraempyem)
2. Liegt eine andere Diagnose vor?
● Andere Lungenerkrankung (z. B. interstitielle Lungenerkrankung, Atelektase, Karzinom)
Bedingt durch die nicht eindeutigen Diagnosekriterien ist ein Endpunkt für Interventionsstudien zur Prävention der VAP / HAP oftmals schwierig zu definieren. Zudem ist das Patientenkollektiv sehr heterogen, so dass auch die Studienergebnisse häufig nicht eindeutig sind. Es sollte ein Maßnahmen-Bündel zur Prävention etabliert werden. Gemäß der Studienlage und der KRINKO Empfehlungen sollten außer den üblichen Maßnahmen zur Vorhaltung von Personal, Einhaltung der Basishygiene, Surveillance und Schulung folgende Komponenten einfließen:
Die wichtigste Maßnahme zur Prävention der nicht-ventilator-assoziierten HAP ist eine suffiziente Mund- und Prothesenpflege (idealerweise Etablierung von Mundpflegeprotokollen) bei Risikopatienten und ein frühzeitiges Dysphagiescreening
● Zur HAP-Prävention tragen ebenfalls die frühe Mobilisierung, möglichst mit Einbindung der Physiotherapieabteilung, und das tgl. Atemtraining sowie die Aufklärung und Einbindung von Patient:in:innen und Angehörigen bei
● Strenge Indikationsstellung bei Protonenpumpeninhibitoren.
● Bei Anwendung von Sondenkost eine langsame und kontinuierliche Gabe.
Im Rahmen der VAP-Prävention sind weitere / zusätzliche Maßnahmen sinnvoll:
● Aseptischer Umgang mit Beatmungszubehör und Absaugen sowie Medikamentenvernebelung unter aseptischen Kautelen sowie ein Beatmungssystem-Wechsel nicht öfter als alle 7d (außer bei Verschmutzung, Defekt). Es konnte keine Überlegenheit geschlossener oder offener Absaugsysteme gezeigt werden.
● Die Mund- und Zahnpflege sollte 1x pro Schicht erfolgen. Ob dabei antiseptische Substanzen für die Mundpflege zum Einsatz kommen sollten, ist derzeit in Diskussion.
● Atemgasbefeuchtung: Auch hierbei ist ein aseptisches Handling erforderlich. Derzeit gibt es keine Evidenz für die Überlegenheit aktiver oder passiver Systeme.
● Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretdrainage bei erwarteter Beatmungsdauer > 72h, keine Empfehlung für Beschichtungen, besondere Geometrie oder Materialien. Der Cuffdruck sollte zwischen 20 und 30 cmH2O liegen und einmal pro Schicht oder kontinuierlich kontrolliert werden.
● Die Wahl der Lagerung sollte unter klinischen Aspekten erfolgen. Für eine Senkung der Pneumonierate durch OK-Hochlagerung gibt es derzeit keine Evidenz. Bevorzugung enteraler Ernährung, keine Empfehlung für Probiotika; möglichst Verzicht auf Stressulkusprophylaxe, insbesondere bei enteraler Ernährung
● Selektive Darmdekontamination: Evidenz für präventiven Nutzen aus einem Niedriginzidenzland, jedoch Gefahr der Resistenzentwicklung
● Die Beatmungsdauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Sedierungsdauer und –tiefe so wählen, dass Extubation möglichst frühzeitig erfolgen kann. Dazu sollten Sedierungs- und Weaningprotokolle mit tgl. Spontanatmungs- und Aufwachversuchen etabliert werden. Wann immer medizinisch möglich Erwägen der nicht-invasiven Beatmung. Wenn eine Intubation erforderlich ist, ist die orotracheale gegenüber der nasalen Intubation zu bevorzugen.
● Auch im Rahmen der VAP-Prävention ist eine frühe Mobilisation von Bedeutung. Hierbei können auch Prähabilitationsprogramme unter Einbeziehen der Physiotherapieabteilung, die dem Patient:in:innen bereits präoperativ das Erlernen von Atemübungen ermöglichen, sinnvoll sein.
● Bei Patient:in:innen mit hohem Risiko: Impfung gegen Pneumokokken
1. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) et al. S3-Leitlinie "Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patient:in:innen mit nosokomialer Pneumonie". Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), 2024.
2. Rademacher, J., Kluge, S. 10 Kernaussagen zur S3-Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patient:in:innen mit nosokomialer Pneumonie“. Med Klin Intensivmed Notfmed 119, 502–505 (2024). DOI:
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Weitere Institutionelle Berichte und Empfehlungen
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1. Dalhoff et al; S-3-Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie – Update 2017.
2. Brunkhorst, F.M., Weigand, M.A., Pletz, M. et al. S3-Leitlinie Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge. Med Klin Intensivmed Notfmed115, 37–109 (2020). https://doi.org/10.1007/s00063-020-00685-0
3. Melsen et al; Attributable mortality of ventilator-associated pneumonia: a meta-analysis of individual patient data from randomised prevention studies; Lancet ID 2013; http://dx.doi.org10.1016/S1473-3099(13)70111-7
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